Eisfieber
Key Facts
Kritik
Manchmal tauchen Geschichten auf, bei denen man sofort spürt: Hier brodelt es unter der Oberfläche – genau wie bei Eisfieber. Die junge Sicherheitschefin Toni Gallo ist plötzlich mitten in einem Albtraum gefangen, als ein gefährliches Virus aus ihrem Forschungslabor verschwunden ist. Was folgt, ist ein packender Wettlauf gegen die Zeit, der dich direkt in ein abgelegenes Landhaus im schottischen Hochland katapultiert, wo sich das Drama auf so engstem Raum abspielt, dass man kaum Luft holen kann.
Die Figuren sind klar gezeichnet: Toni ist tough und gleichzeitig verletzlich, Mr. Oxenford mit seinem undurchsichtigen Umfeld gibt der Handlung die nötige Würze. Zwar ahnt man teilweise schon früh, wer hier möglicherweise die Fäden zieht – und doch schafft es der Dreier Follett, Lohmeyer und Rost immer wieder, kleine Wendungen einzustreuen, die die Spannung halten. Der Schreibstil ist angenehm direkt, ohne großen Schnickschnack, was das Buch flott lesbar macht.
Mein persönliches "Hach, genau das wollte ich jetzt lesen"-Moment war die Mischung aus Thriller und einem fast schon klaustrophobischen Familiendrama in der eisigen Szenerie. Klar, ein paar Sequenzen ziehen sich, vor allem am Anfang hat das Tempo leichte Durchhänger, und ein bisschen mehr Überraschung hätte ich mir stellenweise gewünscht. Trotzdem: Das Buch schafft es, gerade im zweiten Halbjahr richtig Fahrt aufzunehmen und begeisterte mich mit anhaltendem Nervenkitzel.
Wer Lust auf einen spannenden, gut geschriebenen Thriller mit sympathischer Heldin hat und die Kombination aus Virus-Thriller und intriganter Familiengeschichte mag, findet hier ordentlich Lesestoff. Für Freunde von überkomplizierten Plot-Gebilden ist das Buch vielleicht nicht die erste Wahl, aber für alle anderen ein kurzweiliger Page-Turner.
Insgesamt verdiente 4 von 5 Sternen – spannend, unterhaltsam und genau richtig, wenn man mal ordentlich ins Schauder-Kino daheim eintauchen will.