Wenn dir das hier gefiel …
Ohne Schuld
Key Facts
Kritik
Manchmal braucht es eben nicht viel mehr als einen heißen Sommertag und einen Zug, um eine Spannung auszulösen, die einen förmlich nicht mehr loslässt – so geht es jedenfalls in „Ohne Schuld“ von Charlotte Link. Die Geschichte startet mit einem dramatischen Schuss im Zug, der die Nerven direkt zum Glühen bringt. Von da an begleiten wir Kate Linville, die gerade erst bei der North Yorkshire Police angefangen hat und sich mitten in einem grausamen Geheimnis wiederfindet, das alles andere als einfach zu durchschauen ist.
Wer auf komplizierte Verstrickungen steht, die Stück für Stück aufgedeckt werden, ist hier genau richtig. Die Figuren, allen voran Kate, sind gut gezeichnet: Nicht nur hartnäckige Ermittlerinnen, sondern auch Menschen mit Ecken und Kanten, deren Motivationen einen wirklich interessieren. Charlotte Links Schreibstil ist angenehm klar und flott – nicht zu viel Schnickschnack, aber trotzdem mit genug Atmosphäre, um die drückende Hitze und die düstere Stimmung zu spüren. Besonders gut fand ich, wie sie verschiedene Handlungsstränge so verwebt, dass man neugierig bleibt und ständig überrascht wird.
Natürlich gibt es auch die andere Seite. Einige Leser:innen bemängeln das etwas verkürzte Ende, bei dem man sich eine rundere Auflösung gewünscht hätte – da hätte ich mir auch ein bisschen mehr Tiefgang gewünscht. Außerdem ist die Geschichte nicht unbedingt für zarte Gemüter, denn die dunklen Themen und die teils beklemmende Atmosphäre sind nichts, was man mal eben nebenbei konsumiert. Für alle, die emotionale Thriller mit einem Schuss Härte weniger mögen, könnte das eher abschreckend sein.
Fazit: „Ohne Schuld“ ist genau das richtige Buch für alle, die gerne in einen spannenden, atmosphärischen Krimi abtauchen und keine Angst vor einem intensiven, manchmal auch düsteren Ausflug ins Verbrechen haben. Klar, perfekten Nerv trifft es nicht ganz, aber wer Charlotte Link liebt und tiefgründige Spannung mag, wird hier gut bedient.
3,5 von 5 Sternen – spannend, ein bisschen hart, aber definitiv lesenswert.
Klappentext
Ein wolkenloser Sommertag, die Hitze drückt aufs Land. Im Zug von London nach York zielt ein Fremder mit einer Pistole auf eine Frau. Sie entkommt in letzter Sekunde. Zwei Tage später: Eine junge Frau stürzt mit ihrem Fahrrad, weil jemand einen dünnen Draht über den Weg gespannt hat. Sie ist sofort bewusstlos. Den folgenden Schuss hört sie schon nicht mehr.
Die Frauen stehen in keiner Verbindung zueinander, aber die Tatwaffe ist dieselbe.
Kate Linville, neu bei der North Yorkshire Police, wird sofort in die Ermittlungen hineingezogen. Sie kommt einem grausamen Geheimnis auf die Spur und gerät selbst in tödliche Gefahr. Denn der Täter, der eine vermeintliche Schuld rächen will, gibt nicht auf …
Weitere dunkle Geheimnisse und spannende Mordfälle warten auf Kate Linville und Caleb Hale – lesen Sie auch "Die Suche", "Ohne Schuld", "Einsame Nacht" und "Dunkles Wasser"!
Alle Bücher können unabhängig voneinander gelesen werden.