Wenn dir das hier gefiel …
Vega Varg – Das Schweigen der Insel
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die erste Seite von „Vega Varg – Das Schweigen der Insel“ aufgeschlagen, spürt man sofort diese besondere skandinavische Atmosphäre: rau, melancholisch und doch irgendwie magisch. Die schwedische Westküste wird hier zum perfekten Schauplatz für einen Krimi, der mehr als nur einen Mord zu bieten hat – nämlich Familie, Vergangenheit und das unheimliche Schweigen, das über einer ganzen Insel liegt.
Im Mittelpunkt steht Kommissarin Vega Varg, eine Frau, die mit großen Gefühlen und noch größeren Geheimnissen kämpft. Dass sie den Toten aus Kindheitstagen kennt und ihr Ehemann vor Jahrzehnten auf mysteriöse Weise ums Leben kam, macht die Ermittlungen emotional dicht und persönlich. Die Zusammenarbeit mit ihren Söhnen und dem norwegischen Kollegen Leopold Posse bringt noch eine spannende Dynamik ins Spiel – hier geht es nicht nur um Verhöre, sondern auch um Familienbande und grenzüberschreitende Spannungen.
Åsa Hellbergs Schreibstil ist angenehm bodenständig, trifft genau den Ton einer guten Kriminalgeschichte und liefert neben spannenden Wendungen auch immer wieder ein paar kleine, überraschende Momente, die einen regelrecht am Buch kleben lassen. Mir hat besonders gefallen, wie sie die Figuren mit Ecken und Kanten zeichnet – hier ist nichts glattgebügelt, sondern echtes Leben mit all seinen Unwägbarkeiten. Manchmal hätte ich mir allerdings etwas mehr Tempo gewünscht, denn gerade in der Mitte zieht sich die Erzählung etwas, bevor sie dann wieder Fahrt aufnimmt.
Wer Lust auf einen Krimi hat, der nicht nur den Verstand fordert, sondern auch das Herz mitnimmt, ist hier goldrichtig. Besonders Fans von skandinavischen Thrillern und Geschichten mit familiären Verstrickungen werden „Vega Varg – Das Schweigen der Insel“ verschlingen. Ein Solo-Krimi mit ordentlich Tiefgang und Gefühl.
Unterm Strich: Ein atmosphärischer Pageturner mit sympathischer Hauptfigur, der kleine Schwächen beim Erzähltempo mit Charme und Spannung locker wettmacht. 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Auf der Insel Südkoster an der schwedischen Westküste, unweit der Grenze zu Norwegen, erschüttert ein Mord die Idylle. Die erfahrene Ermittlerin Vega Varg ist als Erste vor Ort. Den toten jungen Mann kennt sie schon, seitdem er ein kleiner Junge war. Zusammen mit ihren beiden Söhnen, die ebenfalls bei der Polizei arbeiten, sucht Vega nach Hinweisen zum Täter. Dann nimmt der Fall eine unerwartete Wendung: Eine norwegische Zeugin verschwindet spurlos. Jetzt kann nur noch Vegas bester Freund und Kollege aus Oslo helfen. Leopold Posse leitet eine Spezialeinheit für Kriminalfälle im Grenzgebiet von Schweden und Norwegen. Gemeinsam können sie den Kreis der Verdächtigen eingrenzen. Doch vieles erinnert Vega an einen Mord aus dem Jahr 1998. Das Opfer damals: ihr eigener Ehemann.