Die letzten Tage des Sommers
Key Facts
Kritik
Schon die ersten Seiten von „Die letzten Tage des Sommers“ zogen mich direkt in diese stille, fast vergessene Welt an der französischen Küste – man fühlt förmlich die salzige Luft und das Rascheln der Schilfgräser. Die Geschichte von Jaqueline Lamba und André Breton spielt in einem fragilen Moment der Geschichte, in dem Hoffnung und Angst eng beieinander liegen. Jaqueline flieht aus dem besetzten Paris und sucht Zuflucht in einer abgelegenen Strandhütte in der Provence, wo sie auf André trifft, der sich vor den Nationalsozialisten versteckt. Beide Figuren sind wundervoll gezeichnet: Jaqueline mit ihrer verletzlichen Stärke und künstlerischen Seele, André mit seiner sensiblen, kämpferischen Seite.
Der Schreibstil von Kate Lord Brown liest sich wie ein sanfter Sommerwind – leicht, fließend und doch intensiv. Besonders gefallen hat mir, wie stimmungsvoll sie die Atmosphäre einfängt, ohne dabei in Kitsch abzurutschen. Es ist eine zarte Balance zwischen Melancholie und Zuversicht, die das Buch zu einem kleinen literarischen Schatz macht. Zugegeben, die Handlung ist eher ruhig und nachdenklich, kein actionreiches Drama – das ist natürlich Geschmackssache. Für Leser:innen, die gerne eine tiefgründige, emotionale Geschichte über Liebe und Flucht in schweren Zeiten mögen, ist das aber genau das Richtige. Wer hingegen auf Spannung wartet, könnte hier etwas zu viel Ruhe finden.
Im Großen und Ganzen ist „Die letzten Tage des Sommers“ eine wunderschöne Hommage an die Kraft des Zusammenhaltens und die Hoffnung auf einen Neuanfang, erzählt mit viel Herz und Feingefühl. Für mich eine klare Leseempfehlung und ein echtes Highlight.
⭐⭐⭐⭐⭐