Mittsommerversprechen
Key Facts
Kritik
Manchmal stolpert man beim Lesen über eine Geschichte, die genau den richtigen Mix aus Herz, Humor und ein bisschen Knistern bereithält – „Mittsommerversprechen“ ist so ein Buch. Madita Tietgen entführt uns in die sonnendurchflutete Landschaft Schwedens, wo Selma, eine toughe und absolut zielstrebige Sportagentin, plötzlich in die Tiefen der Hochzeitsplanung eintaucht. Klingt erst mal nach Chaos pur, und genau das wird es auch.
Selma ist keine Frau, die sich leicht aus der Ruhe bringen lässt. Ihr zäher Kampf, die Hochzeit ihres liebsten Tennisspielers zu retten, bringt sie in Konfrontation mit Gustav, einem störrischen, aber charmanten Landbesitzer, der so gar keine Lust auf einen wilden Party-Marathon hat. Die funkelnden Wortduelle zwischen den beiden sind oft zum Schmunzeln, manchmal zum Mitfiebern – ein echt unterhaltsames Hin und Her. Was mir besonders gefallen hat, ist die Tiefe, die hinter Gustavs Abneigung gegen die Hochzeit steckt. Die Geschichte geht nämlich viel weiter als nur die üblichen Hochzeitsklischees und hat tatsächlich auch emotionale Substanz.
Madita Tietgens Schreibstil ist locker, spritzig und nie zu verkopft – man fühlt sich sofort mittendrin und will das Buch eigentlich gar nicht mehr weglegen. Ein paar kleine Schwächen gibt’s aber: manchmal wirken die Figuren etwas zu glatt oder die Handlung ein bisschen vorhersehbar. Trotzdem hat mich das nicht wirklich gestört, denn die Chemie zwischen Selma und Gustav trägt die Geschichte mühelos.
Wer gerne charmante Romantik mit einer Prise Lebensphilosophie mag und Lust auf eine sommerliche Wohlfühlerzählung hat, ist hier genau richtig. „Mittsommerversprechen“ ist kein dramatisches Herzschmerz-Spektakel, sondern eine sympathische Liebesgeschichte mit Ecken und Kanten und einem guten Schuss Humor.
Kurz gesagt: ein warmherziger, unterhaltsamer Roman, der schöne Sommerabende versüßt und ganz nebenbei zeigt, dass Liebe eben doch auch im Stillstand schlagen kann. Von mir gibt’s dafür kräftige 4 von 5 Sternen.