Die Reise mit der Zeitmaschine: Science Fiction
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die Zeitmaschine von H. G. Wells im Kopf wieder ausgepackt, nimmt Egon Friedell uns auf eine wilde Odyssee mit, die weit über Dinosaurier und Zeitsprünge hinausgeht. „Die Reise mit der Zeitmaschine: Science Fiction“ ist nicht einfach nur eine Fortsetzung – es ist eine absurde und zugleich überraschend tiefgründige Neudefinition dessen, was Zeitreisen bedeuten können. Wer hätte gedacht, dass ein geheimer Manuskript-Fund uns mitten in eine haarsträubende Odyssee katapultiert, in der Mr. James Mac Morton nicht nur gegen T-Rex, sondern vor allem gegen die gnadenlose Physik kämpft?
Die Hauptfigur, dieser charmant verschrobene Forscher, wächst einem schnell ans Herz. Sein Kampf gegen das paradox anmutende „Jetzt“ ist sowohl amüsant als auch – Glück gehabt! – klug und philosophisch. Friedells Schreibstil macht das Buch zu einem wahren Vergnügen: flott, pointiert, mit einem Augenzwinkern an der richtigen Stelle. Das sorgt für diese Leichtigkeit, die man bei einem Science-Fiction-Buch oft vermisst, ohne dass dabei die Tiefe der Story verloren geht.
Wenn ich einen kritischen Punkt anbringen müsste, wäre es vielleicht, dass man als Science-Fiction-Fan durchaus Grundwissen zu Zeitreisekonzepten mitbringen sollte, damit die lustigen und komplizierten Gedankengänge rund um Paradoxien und Zeitphysik nicht verloren gehen. Einsteiger könnten sich hier manchmal ein wenig verloren fühlen. Aber hey, das ist auch ein gutes Zeichen – es geht eben nicht nur um Effekthascherei, sondern um echte geistige Herausforderung.
Kurz und knackig: Wer Lust auf eine originelle, humorvolle und gleichzeitig nachdenkliche Science-Fiction-Story hat, die sich mutig an die eigenen Grenzen wagt, liegt mit Friedells Buch goldrichtig. Ein bisschen Hirnakrobatik inklusive, aber absolut lohnenswert.
4 von 5 Sternen – zeitversetzt und empfehlenswert!