Wenn dir das hier gefiel …
G. F. Unger 2369
Key Facts
Kritik
Schon die Begegnung zwischen Babsy Thomas und Jim Wagoner hält diesen besonderen Moment bereit, den man als Leser sofort spürt: Da knistert es, da brodelt es unter der staubigen Westernsonne! Im Kern dreht sich die Geschichte um diese beiden Persönlichkeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten, und ihren Kampf um Liebe, Freiheit und eine bessere Zukunft – eingebettet in eine raue, ehrliche Westernwelt voller harter Entscheidungen und echter Gefühle.
Jim Wagoner, der ernste, etwas schweigsame Reiter, wirkt zunächst wie ein Mann mit Fesseln – sei es durch seine Loyalität zu Colonel Broderick Jackson oder durch seine innere Zerrissenheit. Babsy Thomas ist das genaue Gegenteil: stark, unabhängig und mit einem klaren Plan. Gerade diese Gegensätze sorgen für lebendige Dialoge und eine Atmosphäre, die man beim Lesen förmlich schmecken kann – das Steak, die weiten Prärien, das schwierige Niederlassen in einer Welt, die mehr von Männern als von Frauen geprägt ist.
Der Stil von G. F. Unger ist schnörkellos, direkt und unaufgeregt – genau richtig für Westernfans, die es spannend, aber nicht überladen mögen. Die Charaktere sind robust gezeichnet, mit kleinen Knicken, die sie lebendig machen. Besonders gefallen hat mir, wie Unger es schafft, einen klassischen Westernplot mit einer soliden Portion Herz zu verbinden, ohne ins Kitschige abzudriften.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Manche Szenen wirken an manchen Stellen etwas hastig erzählt, was den Erzählfluss kurzzeitig stocken lässt. Aber hey, in der Wildnis des Wilden Westens bleibt eben kaum Zeit für langes Grübeln!
Für alle, die Lust auf einen Western mit ehrlichen Figuren, einem Schuss Romantik und einer Prise Abenteuer haben, ist „G. F. Unger 2369“ eine klare Empfehlung. Es ist nicht nur eine Seiten füllende Westernstory, sondern erzählt von Menschen, die mehr wollen als nur zu überleben – sie wollen leben.
4 von 5 Sternen. Ein gelungener Ritt, der Lust auf mehr macht!