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Autor:
Erschienen:
2026-03-21
Preis:
2,49 € (EUR)
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G. F. Unger 2368

Kritik

Manchmal sind es genau diese staubigen, abgenutzten Western, die einen unvermittelt fesseln und mitten reinziehen in eine Welt voller Dreck, Kälte und doch so viel Herz. „G. F. Unger 2368“ ist so ein Buch, das dich nicht mit literarischen Helden und blumigen Beschreibungen überfrachtet, sondern mit der rohen Realität zweier Brüder konfrontiert, die nach dem Krieg mehr verloren als gewonnen haben.

Jim und Noel McCrea, zwei Männer, deren Lebenslinien durch blutige Schlachten und entbehrungsreiche Tage verwoben sind, ziehen zwanzig Tage lang durch die karge Landschaft – müde, hungrig und mit nichts als den Erinnerungen an eine bessere Zeit im Gepäck. Ihre Pferde sind ausgelaugt, die Campingausrüstung dürftig, und die Heimat, so wie sie sie kannten, liegt in Trümmern. G. F. Unger schafft es hier, einen dichten Western zu zeichnen, der ohne viel Schnickschnack auskommt, aber gerade deshalb so greifbar und ehrlich wirkt.

Die Charaktere sind keine übermenschlichen Helden, sondern einfache Männer, deren Unterschiedlichkeit die Beziehung zwischen ihnen lebendig macht – und die stolz grauen Augen sind wie ein stummer Beweis ihres gemeinsamen Schicksals. Der nüchterne, fast schon lakonische Schreibstil tut sein Übriges, um die schwere Atmosphäre einzufangen. Besonders gut gefallen hat mir, wie die Zwischentöne der Brüderbeziehung spürbar werden, ohne dass viel gesagt werden muss. Man fühlt die Bitterkeit, die Erschöpfung, aber auch diesen leisen Hoffnungsschimmer, der durch die Zeilen schimmert. Hier wächst keine Hollywood-Romantik, sondern echtes Western-Feeling – mit all seinen Ecken und Kanten.

Klar, wer auf temporeiche Ballereien oder tiefschürfende psychologische Abgründe hofft, könnte an „G. F. Unger 2368“ etwas zu wenig Action finden. Es ist eben mehr eine Wanderung durch die Seele zweier Männer als ein adrenalingetriebener Ritt durch die Prärie. Und auch die Dialoge sind manchmal so knapp gehalten, dass man kurz hinhören muss, um wirklich alles aufzusaugen.

Wer sich aber gern auf eine atmosphärisch dichte Geschichte einlässt, die weniger glänzt als eher staubt, in der die Stille und der Schmerz zwischen den Zeilen mitschwingen, der sollte „G. F. Unger 2368“ unbedingt eine Chance geben. Western pur, ehrlich und ohne Schnörkel.

Ganz klar: 4 von 5 Sternen. Ein solider Western, der nicht jedem gefallen wird, aber genau deshalb seine Fans verdient.

Klappentext

Zwanzig Tage lang sind sie im Sattel - und meist mit hungrigen Mägen. Und ihre Pferde und ihre Ausrüstung sind schlecht. Sie sind nichts anderes als zwei halb verhungerte und ziemlich heruntergekommene Satteltramps. In ihren Taschen befinden sich Entlassungspapiere. Es sind kurze und trockene Worte, die ein Schreiber der Nordarmee geschrieben hat: Captain Jim McCrea, Gefangennahme bei Appomattox, entlassen mit dem heutigen Tage. Lieutenant Noel McCrea, Gefangennahme bei Appomattox, entlassen mit dem heutigen Tage. Ja, sie sind Brüder, obwohl sie sehr verschieden wirken. Nur an ihren rauchgrauen Augen könnte man sie als Brüder erkennen. Jim McCrea ist fünf Jahre älter als Noel, der vor sechs Tagen sechsundzwanzig Jahre alt wurde. Und jetzt verhalten sie ihre armseligen Pferde und starren auf die Trümmer einer kleinen Ranch. Sie wurden hier geboren. Dies war einmal ihre Heimat. Aber das ist schon lange her. Jim McCrea sucht in seiner Hemdtasche herum und bringt schließlich einige Tabakkrümel zum Vorschein. Noel reicht ihm wortlos ein kleines Stück Papier hinüber. Jim dreht sich eine Zigarette und raucht drei lange Züge. Dann gibt er sie dem Bruder. »Eines habe ich jetzt erkannt«, murmelt er bitter. »Und weil ich es erkannt habe, sind die verdammten Jahre nicht ganz sinnlos vertan.«

FAQ

Zwanzig Tage lang sind sie im Sattel - und meist mit hungrigen Mägen. Und ihre Pferde und ihre Ausrüstung sind schlecht.…

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