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Tode, die wir sterben
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „Tode, die wir sterben“ aufgeschlagen, spürt man sofort die Kälte Malmö’s und die knallharte Realität, die das Buch ausstrahlt. Hier geht es nicht um rosarote Ermittlerromantik, sondern um die brutalen Schattenseiten eines dichten Drogenkriegs, der mitten in einem von Gewalt geprägten Brennpunktviertel tobt. Der Mord an einem dreizehnjährigen Jungen – viel zu jung, viel zu tragisch – ist der Funke, der eine gnadenlose Polizeioperation ins Rollen bringt.
Jon Nordh, frisch verwitwet und von seiner Vergangenheit gezeichnet, trifft auf Svea Karhuu, eine strafversetzte Ermittlerin mit starkem nordschwedischen Akzent und dickem Geheimnis im Gepäck. Dieses ungleiche Duo ist es, das das Herzstück der Geschichte bildet. Ihre Mischung aus Verletzlichkeit, Sturheit und einer Prise Trotz macht die beiden sofort sympathisch und glaubwürdig. Man fiebert nicht nur beim Aufdecken der Verbrechen mit, sondern auch bei jeder kleinen menschlichen Regung, die zwischen den Zeilen durchscheint.
Der Schreibstil von Roman Voosen und Kerstin Signe Danielsson ist so direkt und ungeschönt wie das Setting selbst – keine überflüssigen Schnörkel, sondern klare, schnörkellose Sprache, die das Gelesene umso eindringlicher macht. Zwischendurch denkt man: „Krass, so fühlt sich echte Spannung an!“ und gerade wenn man denkt, man hat den Fall durchschaut, kommt die nächste unerwartete Wendung. Da bleibt kein Platz fürs Durchschnaufen.
Ehrlich gesagt, ein kleiner Wermutstropfen: Manchmal kommt das Tempo so rasant, dass manche Nebenfiguren nicht ganz die Tiefe bekommen, die sie verdient hätten. Ein bisschen mehr Raum zum Atmen für die Persönlichkeiten hätte ich durchaus begrüßt – aber hey, bei all der Action vergisst man das auch schnell wieder.
Für alle, die Lust auf knallharte, realistische Krimikost mit überzeugenden Charakteren haben und keine Scheu vor dunklen Ecken in der Gesellschaft mitbringen, ist „Tode, die wir sterben“ definitiv eine Empfehlung. Ein neuer, spannungsgeladener Thriller, der nicht nur unterhält, sondern auch nachdenklich macht.
Ich vergebe 5 von 5 Sternen – schuld daran ist nicht nur der packende Fall, sondern vor allem diese besondere Mischung aus Herz und Härte, die dieses Buch mitbringt. Wer jetzt nicht neugierig wird, hat selbst Schuld!
Klappentext
Bei einem Drive-by-Shooting im Brennpunktviertel Hermodsdal wird ein Teenager erschossen. Polizeiführung und Presse legen sich schnell fest: ein weiterer tragischer Tiefpunkt in den landesweit eskalierenden Drogenbandenkriegen. Der undankbare Fall wird an den frischverwitweten Kommissar Jon Nordh und die strafversetzte nordschwedische Ermittlerin Svea Karhuu delegiert.
Schnell geraten die beiden zwischen die Fronten der brutal geführten Revierkämpfe um schnelles Geld, Macht, Ehre – und Vergeltung. Als der beste Freund des toten Jungen untertaucht, sieht es nach einem Verrat aus. Doch nach einem weiteren Mord überschlagen sich die Ereignisse und das ungleiche Ermittlerpaar muss innerhalb kürzester Zeit zu einem echten Team zusammenwachsen. Nordh und Karhuu kämpfen dabei nicht nur gegen einen unerbittlichen Gegner, sondern auch mit der Bürde der jeweils eigenen Vergangenheit.