Das goldene Öl - Vino, Mord und Bella Italia!, Folge 7 (Ungekürzt)
Kritik
Schon der erste Satz zieht dich direkt in die warme, aber geheimnisvolle Atmosphäre der Toskana – da fühlt man sich gleich heimisch, auch wenn die Idylle schnell Risse bekommt. Anna Wagner kehrt zurück in ihr neu erworbenes Zuhause in Fontenaia, nur um festzustellen, dass hier mehr brodelt als der Duft frischer Olivenblätter. Ein Brand in der Öl-Kooperative, eine rätselhafte E-Mail und ein ominöser Knopf sorgen für ordentlich Wirbel, während Commissario Vico Martinelli versucht, den Überblick zu behalten – und mit Annas amateurhafter Detektivleidenschaft so seine Probleme hat.
Anna als Protagonistin ist sympathisch und bringt durch ihre unerschütterliche Neugier eine frische Dynamik in die Geschichte. Vico wiederum steht für die routinierte, aber auch charmant grantige Seite der Strafverfolgung – ein Duo, das wunderbar zusammenpasst und für genug Spannung und Witz sorgt. Der Schreibstil von Christian Homma & Elisabeth Frank ist locker, gut lesbar und streut immer wieder kleine italienische Feinheiten ein, die das Ambiente der Toskana glaubwürdig einfangen. Besonders gelungen finde ich, dass das Ganze nicht in tiefschwarzen Krimischwarzweiß-Kontrasten versinkt, sondern mit Charme, Humor und einer Prise Leichtigkeit erzählt wird.
Klar, wer einen hochkomplexen Thriller erwartet, wird hier vielleicht etwas zu sehr in die sanfte Ecke abgedriftet. Manche Wendungen sind vorhersehbar, und die Spurensuche verläuft nicht immer total gnadenlos minutiös – aber mal ehrlich, das ist genau das, was „Das goldene Öl“ so sympathisch macht. Es ist keine düstere Großstadtjagd, sondern eine kuschelige, spannende Reise mit einer Portion Bella-L’Italia-Flair.
Fazit: Wer Lust auf leichten Krimi-Genuss mit mediterranem Charme hat, liebt das italienische Lebensgefühl und kann mit einem sympathischen Ermittlerteam mitwuseln, ist hier genau richtig. Ein gemütliches Hörbuch für entspanntes Miträtseln unter Olivenbäumen oder zuhause auf der Couch. Von mir gibt’s dafür 4 von 5 Sternen. Ein bisschen mehr Tiefe im Plot hätte dem Ganzen gutgetan, aber insgesamt ein rundum gelungener siebter Fall.