Qwert
Kritik
Wer schon immer mal in eine Welt abtauchen wollte, in der Ritterromantik auf knallbunte Fantasy und schrägen Humor trifft, der sollte bei „Qwert“ von Walter Moers unbedingt reinschnuppern. Die Geschichte startet mit einem cleveren Twist: Qwert, ein Gallertprinz aus der 2364. Dimension, landet durch ein Dimensionsloch plötzlich im Körper eines Ritterhelden in der magischen Parallelwelt Orméa – eine verrückte Mischung, die sofort Lust auf mehr macht.
Die Handlung ist rasant und voller überraschender Wendungen: Von der Rettung einer geheimnisvollen Dame, die sich schnell als gefährliche Janusmeduse entpuppt, bis hin zur unglücklichen Liebe, die zum inneren Konflikt wird. Moers schafft es spielerisch, antike Mythen, Rittergeschichten und abenteuerlichen Quatsch miteinander zu verweben – dabei fühlt sich die Reise nie zu lang oder zu überfrachtet an.
Besonders charmant sind die Figuren: Qwert alias Prinz Kaltbluth ist nicht der typische strahlende Held, sondern eher ein liebenswerter Tollpatsch mit überraschenden Ideen und einem unsichtbaren Degen, der seinem Namen alle Ehre macht. Der Erzählstil sprüht vor Witz und Sprachspielereien, dabei bleibt er locker, lebendig und manchmal bewusst derb, was dem Ganzen eine erfrischende Note verleiht.
Wer mit einer Prise Absurdität, herzhaftem Humor und einer ordentlichen Portion Fantasie nichts anfangen kann, könnte an „Qwert“ scheitern – hier wird viel verlangt vom Kopfkino und der Bereitschaft, sich auf den Wahnsinn einzulassen. Ein kleiner Minuspunkt ist, dass die Geschichte zwischendurch etwas überladen wirkt, weil Moers sein ganzes Schatzkästchen aus Ideen und Anspielungen ausschüttet. Manchmal hätte ein bisschen weniger vielleicht mehr gewesen.
Am Ende bleibt „Qwert“ ein fabelhaft schrilles Abenteuer, das Fans von verrückter Fantasy mit literarischem Augenzwinkern definitiv begeistern wird. Für alle, die Lust haben auf eine Geschichte, die sich nicht an Konventionen hält, sondern einfach Spaß macht – hier seid ihr richtig.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Nach einem Sturz durch ein Dimensionsloch erwacht Qwert, der Gallertprinz aus der 2364. Dimension, in der Parallelwelt Orméa. Irritiert stellt er fest, dass er im Körper und der Rüstung eines attraktiven Ritters steckt, den er aus Trivialromanen kennt: Prinz Kaltbluth. Kein Wunder also, dass er zunächst eine gefesselte Schönheit befreien muss, die von einem dreiköpfigen Ungeheuer bewacht wird. Mit Hilfe seines unsichtbaren Degens Tarnmeister gelingt die Befreiung – doch die Gerettete entpuppt sich als gefährliche Janusmeduse, die alles Leben mit ihrem bösen Blick in Stein verwandeln will. Von nun an hat Prinz Kaltbluth eine ritterliche Verpflichtung: Er muss Orméa von der entfesselten Meduse erlösen. Ungünstig nur, dass er sich gerade unsterblich in sie verliebt hat.
Walter Moers schickt uns auf eine rasante Reise durch eine wahnwitzige Welt, die aus nichts als Abenteuern, Spannung, Ritterromantik, dialoglustigem Humor und reiner Fabulierlust besteht. In diesem atemlosen Pageturner, wo nichts ist, wie es scheint, und immer alles anders kommt, als man denkt, kreuzen sich die abenteuerlichsten Ideen und Bilder unserer Kultur, von antiken Mythen und Ritterromanen bis zu Fantasyfilmen; von den Nibelungen und der griechischen Sagenwelt über Don Quichote und König Artus´ Tafelrunde bis hin zu Monty Python.
Wie auch alle in Zamonien angesiedelten Romane erzählt "Qwert" eine in sich geschlossene Geschichte, die Neueinsteigern so unterhaltsam wie mühelos den Weg in den Moers'schen Kosmos bahnt. Folgende weitere Hörbücher sind bislang von ihm erschienen:
Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär
Ensel und Krete
Rumo & die Wunder im Dunkeln
Die Stadt der Träumenden Bücher
Der Schrecksenmeister
Das Labyrinth der Träumenden Bücher
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
Weihnachten auf der Lindwurmfeste
Der Bücherdrache
Die Insel der Tausend Leuchttürme
Außerdem:
Das Einhörnchen, das rückwärts leben wollte
Ungekürzte Lesung mit Andreas Fröhlich
19h 8min