Warum ich keinen Alkohol mehr trinke
Kritik
Kennt ihr das Gefühl, wenn ein Buch einem plötzlich die Augen öffnet – und das ganz ohne erhobenen Zeigefinger? Genau so ging es mir bei „Warum ich keinen Alkohol mehr trinke“ von Bas Kast. Man blättert rein, denkt erst „Okay, schon wieder so ein Gesundheits-Ratgeber“, und zack – bekommt man fundierte Wissenschaft gepaart mit persönlicher Reflektion serviert.
Im Kern erzählt Bas Kast von seinem eigenen Weg, wie er den Konsum von Alkohol hinter sich gelassen hat – nicht durch Moralkeule, sondern durch Fakten, die nachdenklich machen. Der Autor nimmt uns mit auf eine Reise durch die neusten Studien, erklärt verständlich und mit einer guten Portion Humor, was der Alkohol im Körper wirklich anrichtet, wo die Risiken liegen und warum weder das „gesunde Gläschen Wein“ noch das eine Bier davor bewahren, Schaden zu nehmen. Dabei bleibt Kast immer nahbar, fast freundschaftlich, und verzichtet auf erhobenen Zeigefinger – das macht Lust, seine eigenen Gewohnheiten zu hinterfragen, ohne dass man sich gleich belehrt fühlt.
Was mich besonders angesprochen hat, ist die Balance zwischen persönlicher Geschichte und wissenschaftlicher Tiefe. Kast bringt komplexe Zusammenhänge locker rüber, ohne banal zu wirken. Fand ich richtig erfrischend! Leider hätte ich mir an manchen Stellen ein bisschen mehr Kanten gewünscht – es ist mitunter so harmonisch erzählt, dass die Dramatik der Risiken fast etwas untergeht. Eine Prise mehr Provokation hätte das Ganze noch lebendiger gemacht.
Wer sich fragt, ob sich eine nüchterne Auseinandersetzung mit dem Alkoholsthema lohnt, wird hier sehr gut bedient – egal, ob man mal drüber nachdenkt, weniger zu trinken oder wirklich komplett aufzuhören. Für alle, die auf der Suche nach einem motivierenden, ehrlichen und wissenschaftlich fundierten Blick auf Alkohol sind, ist dieses Buch ein absoluter Tipp.
Fazit: Ein aufklärendes, leicht zugängliches Buch, das den Umgang mit Alkohol ganz neu ins Blickfeld rückt – ohne zu belehren, dafür mit viel Verstand und einer ordentlichen Portion Charme. 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Das "gesunde Gläschen Wein" gibt es nicht. Gerade in den letzten Jahren hat die Forschung vermehrt herausgefunden, welche Schäden Alkohol in unserem Körper anrichtet. Es waren diese Befunde, die Bestsellerautor Bas Kast dazu bewogen haben, seinen Alkoholkonsum zu überdenken – und schließlich ganz einzustellen. In seinem neuen Buch erklärt er im Detail und auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse, wie Alkohol im Körper wirkt, welcher Zusammenhang zwischen dem Konsum alkoholischer Getränke und einer Krebserkrankung besteht und wie viel man trinken kann, wenn man das Risiko für persönliche Schäden minimieren möchte. Die gute Nachricht dabei ist: Wer weniger oder gar nicht mehr trinkt, ist nicht nur fitter und gesünder, sondern verlangsamt auch den Alterungsprozess.
Ungekürzte Lesung mit Herbert Schäfer
1h 58min