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Erschienen:
2026-01-29
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Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel

Kritik

Schon die ersten Seiten ziehen einen direkt hinein in eine Welt voller Geheimnisse, Verlust und der Suche nach sich selbst – da möchte man gar nicht mehr aufhören zu lesen. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist kein typischer Familienroman, sondern ein fein gesponnenes Geflecht aus Vergangenheit und Gegenwart, das zeigt, wie schwer manche Bande wirklich sind und wie befreiend das Loslassen sein kann.

Die Geschichte springt gekonnt zwischen 1945 und 2023 hin und her: Wir begleiten die junge Marlen, die in den letzten Kriegstagen Zuflucht und eine neue Aufgabe bei der blinden Künstlerin Wilma findet. Parallel dazu stolpert Hannah, 34 Jahre alt, durch ihr eigenes Chaos, ausgelöst durch das Wiedersehen mit ihrem lange abgetauchten Vater und einer geheimnisvollen Leinwand, die ihre Familiengeschichte geheimnisvoll durchzieht. Zwei starke Frauen, die in ganz unterschiedlichen Zeiten mit Verlust, Verrat und der Frage kämpfen, wem sie wirklich vertrauen können. Schröders Schreibstil ist dabei angenehm schlicht und gerade deswegen so eindrücklich – keine großen Schnörkel, sondern klare, treffende Worte, die Bilder im Kopf entstehen lassen. Besonders die Szenen mit Wilma und Marlen berühren tief, ihre Beziehung hat etwas fast Zauberhaftes an sich.

Was mir besonders gefallen hat? Wie Alena Schröder es schafft, historische Erinnerungen und aktuelle Familiendramen so lebendig zu verknüpfen, dass sie nie gekünstelt wirken. Man spürt die Spannungen, aber auch die zarten Bande zwischen den Generationen – und die Leinwand ist hier wirklich ein clever eingesetztes Symbol, das der Geschichte zusätzlichen Tiefgang gibt. Manchmal hätte ich mir vielleicht noch etwas mehr Tempo gewünscht, denn gerade im ersten Teil zieht sich die Handlung stellenweise ein wenig. Auch bleiben manche Figuren minimal blass, sodass ich mir an manchen Stellen etwas mehr Hintergrund gewünscht hätte. Dennoch hat das der Immersion keinen Abbruch getan.

Wer Lust auf einen warmherzigen, aber nicht kitschigen Roman über Familie, Kunst und das, was wir wirklich erben, hat, landet hier genau richtig. „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ ist perfekt für alle, die mehr wollen als ein bloßes Drama – es ist eine Einladung, sich auf die eigenen Wurzeln einzulassen und vielleicht auch mal loszulassen.

4 von 5 Sternen – ein empfehlenswerter Roman mit Tiefe und Herz, der noch lange nachhallt.

Klappentext

Über die Kunst des Loslassens. Und die Frage, was wir unseren Eltern schulden Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer alten Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus. Als sie sich nach einer Ewigkeit befreit, entdeckt sie eine alte, beschädigte Leinwand, die in der Kommode verborgen war. Wilma, die Marlen geholfen hat sich rechtzeitig vor den anrückenden russischen Soldaten zu verstecken, nimmt die junge Waise bei sich auf und bildet sie zu ihrer Assistentin aus. Denn was niemand wissen darf: Wilma, eine der wichtigsten Künstlerinnen der Nachkriegszeit, wird langsam blind. Berlin, 2023: Hannah Borowski ist 34 Jahre alt und eigentlich ist alles gut. wenn ihre beste Freundin Rubi nicht plötzlich ausziehen würde, weil sie schwanger ist. Und wenn nicht plötzlich Hannahs Vater wieder aufgetaucht wäre. Warum will der nach all den Jahren plötzlich Kontakt? Waren es wirklich Hannahs Mutter und ihre Großmutter, die das bislang verhindert haben? Wem kann Hannah trauen? Und was hat all das mit der wertvollen Leinwand zu tun, die einst Hannas Urgroßmutter gehörte und die sich wie ein roter Faden durch ihr bisheriges Leben zieht?

FAQ

Über die Kunst des Loslassens. Und die Frage, was wir unseren Eltern schulden Güstrow, Mai 1945: Die 14-jährige Marlen liegt zusammengekauert in der Schublade einer alten Bauernkommode in einem verlassenen Forsthaus.…

Was mir besonders gefallen hat? Wie Alena Schröder es schafft, historische Erinnerungen und aktuelle Familiendramen so lebendig zu verknüpfen, dass sie nie gekünstelt wirken.

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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