Alibi
Kritik
Schon beim Einstieg in „Alibi“ spürt man sofort, wie Agatha Christie mit ihrer unvergleichlichen Leichtigkeit und Spannung eine Atmosphäre zaubert, die einen direkt in diesen kleinen, scheinbar ruhigen Ort hineinzieht – und das Chaos, das sich bald entfaltet, haut einen um. Wer hätte gedacht, dass Hercule Poirot, der eigentlich nur Kürbisse züchten wollte, schnell mitten in einem der berühmtesten Mordfälle seiner Karriere steckt?
Die Handlung dreht sich um die mysteriöse Ermordung von Roger Ackroyd, bei der so gut wie jeder Bewohner des Dorfes plötzlich verdächtig erscheint. Poirot, clever und scharfsinnig wie eh und je, beginnt auf gewohnt charismatische Weise, Puzzleteil um Puzzleteil zusammenzusetzen. Die Charaktere sind rund und überraschend vielschichtig, was das Rätsel absolut fesselnd macht – man will einfach wissen, wem man trauen kann und wer hier ein doppeltes Spiel spielt.
Christies Schreibstil ist wie ein guter Plausch mit einer alten Bekannten: charmant, ein bisschen verspielt, und dabei niemals kompliziert oder langatmig. Besonders hat mir gefallen, wie der Erzählstil es schafft, den Leser durch die Perspektive des Erzählers mit in das Geschehen hineinzuziehen, ohne zu viel zu verraten. Die Balance zwischen Unterhaltung und cleverem Krimi ist hier perfekt getroffen.
Was mir etwas schwerfiel, war an manchen Stellen die Fülle an Verdächtigungen und Details – hier sollte man konzentriert bleiben, sonst verliert man schnell den Überblick. Aber ehrlich gesagt gehört das zum typischen Kristallisieren des Falls dazu und stört nur minimal.
Für alle, die klassische Krimis lieben, große Detektivgeschichten schätzen oder einfach mal wieder Lust auf ein cleveres, spannendes Buch haben, ist „Alibi“ von Agatha Christie genau die richtige Wahl. Es lädt zum Miträtseln ein, und Poirot sorgt für ordentlich Unterhaltung.
Mein Fazit: Ein echter Klassiker mit Charme, Wendungen und einem Ermittler, den man einfach ins Herz schließen muss. 4 von 5 Sternen!
Klappentext
Hercule Poirot will eigentlich Kürbisse in einem kleinen, ruhigen Ort züchten und plötzlich sieht er sich mit zwei Leichen konfrontiert. Dass fast alle Einwohner bald unter Mordverdacht stehen, hält den belgischen Meisterdetektiv nicht davon ab, den Fall zu lösen.
Gelesen von Martin Maria Schwarz.
(Laufzeit 7h 8)