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Verhängnisvoller Champagner
Key Facts
Kritik
Kaum hat man die ersten Seiten von „Verhängnisvoller Champagner“ aufgeschlagen, spürt man sofort die prickelnde Spannung, die dieses Buch versprüht – fast wie ein Glas feinster Champagner, das langsam die Kehle hinunterrinnt. Tom Hillenbrand entführt uns in die funkelnde, aber keineswegs glamouröse Welt der Champagnerindustrie, in der hinter jeder Blase eine dunkle Geschichte lauert.
Im Mittelpunkt steht Xavier Kieffer, ein Luxemburger Koch mit Herz und Verstand, der sich nicht nur in der Küche, sondern auch als unerwarteter Ermittler behauptet. Die Handlung nimmt ihren Lauf, als er bei einem Besuch in der Champagne Zeuge eines mysteriösen Unfalls wird – oder war es vielleicht doch Mord? Von Paris über Reims bis Luxemburg folgt man Kieffer durch ein Netz aus Intrigen und Geheimnissen, das einen schnell gefangen nimmt. Besonders spannend fand ich, wie Hillenbrand die Hochglanzfassaden der großen Champagnerhäuser Stück für Stück bröckeln lässt und dabei ein komplexes Bild eines globalen Milliardengeschäfts zeichnet, in dem Betrug und Machtspiele keine Seltenheit sind.
Der Schreibstil ist angenehm flott und bodenständig, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren – ideal für alle, die sich gut unterhalten lassen möchten, ohne ein trockenes Fachbuch in den Händen zu halten. Kieffer als Protagonist wirkt sympathisch und ist mehr als nur ein Köchenner; sein scharfer Blick und die authentische Art, mit der er durch die gefährliche Welt der Luxusgetränke navigiert, machen ihn zum idealen Begleiter.
Ein kleiner Kritikpunkt: Manche Szenen hätten für meinen Geschmack noch etwas knackiger sein können – gerade in der Mitte zieht das Tempo etwas an und ab, das hat mich kurz aus dem Lesefluss gerissen. Auch hätte der Komplex mancher Branchenbeziehungen manchmal noch pointierter herausgearbeitet werden können, damit die Schattenseiten noch mehr Gewicht bekommen. Aber das sind Kleinigkeiten in einem ansonsten clever konstruierten Thriller.
Wer also Lust auf einen spannenden Krimi mit einer außergewöhnlichen Kulisse hat und nebenbei noch ein bisschen Insiderwissen über Champagner aufschnappen möchte, liegt mit diesem Buch genau richtig. Bei mir hinterlässt „Verhängnisvoller Champagner“ den Eindruck eines durchdachten, unterhaltsamen und überraschend prickelnden Romans.
4 von 5 Sternen – unbedingt lesen für alle, die Krimis mit Geschmack und Ecken und Kanten lieben.
Klappentext
Seine Lehre hat der Luxemburger Koch Xavier Kieffer einst in der Champagne absolviert. Als er dort einen alten Freund besucht, der inzwischen ein Champagnerhaus leitet, wird er Zeuge eines schrecklichen Unfalls. Oder war es Mord?
Kieffer beginnt zu ermitteln und muss feststellen, dass sich hinter den luxuriösen Fassaden der großen Champagnerhäuser allerlei Geheimnisse verbergen – und dass nicht alles, was perlt und moussiert, auch tatsächlich den Namen Champagner verdient.
Während seiner Recherchen in Paris, Reims und Luxemburg lernt der Koch, dass manchen jedes Mittel Recht ist, um im globalen Milliardengeschäft mit Schaumwein mitzumischen.