Wenn dir das hier gefiel …
Schwarzer Lavendel
Key Facts
Kritik
Kaum habe ich „Schwarzer Lavendel“ aufgeschlagen, hat mich diese sonnendurchflutete Provence mit all ihren Geheimnissen sofort eingesogen. Die Mischung aus mediterranem Flair, Weinlese und einem spannenden Kriminalfall macht einfach Lust auf mehr – und genau das liefert Remy Eyssen.
Im Zentrum steht Dr. Leon Ritter, ein deutscher Rechtsmediziner, der sich erst an das gemächliche Tempo des südfranzösischen Lebens gewöhnen muss. Dass er plötzlich selbst Besitzer eines kleinen Weinbergs wird, bringt ihn mitten in die Geschehnisse, als auf seinem Grundstück eine mumifizierte Frauenleiche gefunden wird. Die knappe, aber präzise Beschreibung seiner Ermittlungen und sein innerer Zwiespalt als rationaler Wissenschaftler zwischen Stress und Genuss sorgen für realistische und sympathische Charakterzeichnung, die nicht in Klischees versinkt.
Besonders gefallen hat mir, wie Eyssen die Atmosphäre einfängt – man riecht förmlich den Lavendel, schmeckt den Wein und spürt die Hitze auf der Haut, während sich der Fall Stück für Stück entfaltet. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, durchaus mal mit einem Augenzwinkern, was das Lesen sehr lebendig macht. Nicht alles ist bis ins letzte Detail erklärt, hier und da wünschte ich mir etwas mehr Tiefgang bei den Nebenfiguren, aber das soll nicht den Lesespaß trüben.
Ein kleiner Wermutstropfen: Manche Wendungen kommen etwas vorhersehbar, und gelegentlich wäre ein bisschen weniger Klischee gut gewesen. Aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau, denn gerade die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart hat mich überzeugt.
Alles in allem ist „Schwarzer Lavendel“ eine spannende Lektüre für alle, die Krimi mit einem Hauch Urlaubsfeeling mögen und sich auf eine Reise voller Geheimnisse und Provence-Romantik einlassen wollen. Klare 4,5 Sterne von mir – definitiv eine Empfehlung wert!