Strandgut - Luc Verlains überraschendster Fall - Luc Verlain ermittelt, Band 10 (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Gleich beim Einstieg fesselt „Strandgut“ mit seiner ungewöhnlichen und lebendigen Kulisse: Europas größtes Nudistencamp ist nicht gerade der alltägliche Tatort – und genau das macht den Fall für Luc Verlain so außergewöhnlich. Ein junger Politiker wird nackt und ermordet gefunden, kurz nachdem er angekündigt hat, das Camp schließen zu wollen. Die Atmosphäre zwischen den freiheitsliebenden Campern und der drohenden Bedrohung durch die Schließung sorgt für Spannung und sorgt gleichzeitig für überraschend humorvolle und authentische Momente.
Luc Verlain, unser Ermittler, überzeugt auch im 10. Band mit seinem gewohnt scharfen Verstand und einem Hauch von trockenem Humor, der die dunkleren Untertöne der Geschichte angenehm auflockert. Die Figuren sind vielschichtig und glaubwürdig, das gesellschaftliche Spannungsfeld zwischen Politik, Gemeinschaft und individuellen Geheimnissen wird geschickt verwoben. Alexander Oetkers Stil ist flüssig und lebendig, die ungekürzte Lesung bringt die Dialoge und die Atmosphäre super rüber – man hat fast das Gefühl, direkt am Strand dabei zu sein.
Klar, manchmal verliert sich die Handlung ein kleines bisschen in Details, die nicht immer zwingend nötig scheinen, und wer mit zu viel Freizügigkeit überfordert ist, könnte an der einen oder anderen Stelle ins Stocken geraten. Aber das ist ehrlich gesagt Meckern auf hohem Niveau bei so einem originellen Setting.
Kurz gesagt: Wer Lust auf einen Krimi hat, der nicht nur spannend, sondern auch ungewöhnlich, humorvoll und mit Sinn für skurrile Zwischentöne erzählt wird, ist bei „Strandgut“ genau richtig. Für alle, die Lust auf mehr als nur das klassische Ermittler-Klischee haben, ein Volltreffer.
** (4 von 5 Sterne) – Originell, unterhaltsam und überraschend anders.