Wenn dir das hier gefiel …
BLACKOUT - Morgen ist es zu spät
Key Facts
Kritik
Wer hat nicht schon mal darüber nachgedacht, was passieren würde, wenn plötzlich das Licht ausgeht – und für länger? Marc Elsberg wirft uns in „BLACKOUT - Morgen ist es zu spät“ mitten hinein in genau dieses erschütternde Szenario: Europas Stromnetze brechen zusammen, und der Alltag verwandelt sich in ein Katz-und-Maus-Spiel ums nackte Überleben.
Im Zentrum steht der italienische Informatiker Piero Manzano, ein absoluter Tüftler mit einer vagen Ahnung von einem Hackerangriff, der vergeblich versucht, die Behörden zu alarmieren. Und dann ist da noch Europol-Kommissar Bollard, der langsam, aber sicher auf Manzanos Seite zieht – doch die Schatten hinter den Kulissen werden immer dunkler. Elsberg erzählt hier nicht nur einen Thriller, sondern liefert auch ein hervorragend recherchiertes Bild eines technologischen Albtraums, der einem direkt unter die Haut geht.
Der Spannungsbogen hält von der ersten bis zur letzten Seite, wobei Elsbergs Stil angenehm klar und verständlich bleibt – technische Details gehen ins Ohr, ohne zu überfordern, und sorgen dafür, dass die Geschichte greifbar und glaubwürdig wirkt. Mir persönlich hat es besonders gefallen, wie glaubhaft die Figuren gehandhabt sind: Sie wirken authentisch, verletzlich und entwickeln sich realistisch im Chaos, ohne dabei in Klischees zu verfallen.
Natürlich ist das Buch keine hollywoodreife Actionorgie, sondern eher ein nüchternes, fast beängstigendes Gedankenexperiment mit viel Tiefgang. Man merkt manchmal deutlich die Gewichtung auf Fakten und Erklärungen – was in der Mitte der Handlung ein klein wenig zäh wirken kann. Für Leser, die auf schnelle, enge Action warten, könnte es hier etwas langatmig werden. Aber wer Interesse an einem gut durchdachten, realitätsnahen Thriller hat, wird das packend finden.
Klar, an manchen Stellen, etwa bei der technischen Umsetzung des Blackouts, darf man das ein oder andere Augenzwinkern in Kauf nehmen – das gesamte Szenario wirkt zwar sehr stimmig, aber Logik-Fans könnten hier kleine Stolpersteine entdecken. Trotzdem: Elsberg schafft es, die Verletzlichkeit unseres modernen Lebens eindrucksvoll vor Augen zu führen und regt zum Nachdenken an, ohne dabei den Unterhaltungswert zu verlieren.
Wenn du also Lust auf einen spannenden, intelligenten Thriller hast, der technologische und gesellschaftliche Abhängigkeiten gnadenlos offenlegt, bist du hier goldrichtig. Sicher kein leichtes Buch zum Runterlesen, aber definitiv eines, das im Gedächtnis bleibt.
4,5 von 5 Sternen – ein Thriller, der wachrüttelt und befähigt, die eigene Komfortzone zu hinterfragen. Wer also mal einen Nervenkitzel mit Tiefgang sucht, sollte unbedingt zum Blackout greifen.
Klappentext
An einem kalten Februartag brechen in Europa alle Stromnetze zusammen. Der totale Blackout. Der italienische Informatiker Piero Manzano vermutet einen Hackerangriff und versucht, die Behörden zu warnen – erfolglos. Als Europol-Kommissar Bollard ihm endlich zuhört, tauchen in Manzanos Computer dubiose Emails auf, die den Verdacht auf ihn selbst lenken. Er ist ins Visier eines Gegners geraten, der ebenso raffiniert wie gnadenlos ist. Unterdessen liegt ganz Europa im Dunkeln, und der Kampf ums Überleben beginnt …
Von Bild der Wissenschaft zum spannendsten Wissensbuch des Jahres 2012 gekürt — "Elsberg flicht vier Handlungsfäden zu einem atemberaubenden Spannungsstrang zusammen."
Lesen Sie auch:
BLACKOUT als Premiumausgabe – mit einer exklusiven Kurzgeschichte von Marc Elsberg und weiteren Extras!
ZERO: Sie wissen, was du tust
HELIX: Sie werden uns ersetzen
GIER: Wie weit würdest du gehen?
Der Fall des Präsidenten