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Autor:
Erschienen:
2024-03-01
apple

B******t Jobs

Kritik

Kaum hatte ich das Buch in der Hand, wurde ich sofort mit einem so banal-verrückten Gedanken konfrontiert: Was, wenn mein Job vollkommen sinnlos ist? David Graeber nimmt dieses Thema nicht nur ernst, sondern zieht uns durch seine klugen Beobachtungen schnurstracks in die bittere Realität eines „Bullshit-Jobs“. Dabei geht es weniger um die Sorge, einen ungeliebten Job zu haben, als vielmehr um die Erkenntnis, dass viele Jobs überhaupt keinen gesellschaftlichen Mehrwert liefern – und trotzdem da sind, mehr oder weniger unbegründet.

In „Bt Jobs“ zeigt Graeber anhand von Beispielen aus Bürokratie, Finanzsektor und Managementwelten, wie sich taube Nadelstiche der Sinnlosigkeit in unserem Alltag breitmachen. Seine Protagonisten sind keine klassischen Figuren mit Geschichte, vielmehr steht die kollektive Erfahrung von Irrsinn in der Arbeitswelt im Fokus. Besonders hat mich die Klarheit seines Schreibstils überrascht: Informativ, direkt, manchmal sarkastisch, aber immer auf den Punkt. Graeber schafft es, komplexe gesellschaftliche Phänomene verständlich und unterhaltsam zu erklären – kein trockenes Lehrbuch, sondern eine lebendige Abrechnung mit dem modernen Arbeitsleben.

Was mir besonders gefallen hat, ist seine frische, radikale Perspektive, die so manch festgefahrene Vorstellung hinterfragt. Dieser Gedanke, dass wir als Gesellschaft blind sinnlose Tätigkeiten aufrechterhalten, ist nicht nur unbequem, sondern auch richtig spannend. Zwischendurch fand ich mich mehr als einmal schmunzelnd wieder, etwa wenn Graeber die absurden Bürokratien und Verstrickungen skizziert – viele von uns kennen diese Momente aus eigener Erfahrung. Einziger kleiner Wermutstropfen: Manche Passagen fühlen sich etwas wiederholend an, was auf Dauer den Lesefluss etwas hemmen kann. Aber das schmälert den Gesamteindruck nur marginal.

Wenn ihr also mal Lust auf ein Buch habt, das euch zum Nachdenken bringt, ohne euch dabei zu langweilen oder mit Philosophie zu erschlagen, ist „Bt Jobs“ eine hervorragende Wahl. Für alle, die sich fragen, warum sie tun, was sie tun, oder einfach einen frischen Blick auf unsere Arbeitswelt suchen, ist das hier goldrichtig. Wer sich mit unbequemen Wahrheiten nicht scheut, bekommt ein aufrüttelndes und zugleich faszinierendes Leseerlebnis.

Fazit: Radikal, erhellend und auf den Punkt – ein Buch, das herausfordert und nicht mehr aus dem Kopf geht. 4 von 5 Sternen.

Klappentext

Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht. Im Jahr 1930 sagte der britische Ökonom John Maynard Keynes voraus, dass durch den technischen Fortschritt heute niemand mehr als 15 Stunden pro Woche arbeiten müsse. Fast ein Jahrhundert danach stellt David Graeber fest, dass die Gegenwart anders aussieht: Die durchschnittliche Arbeitszeit ist gestiegen und immer mehr Menschen üben Tätigkeiten aus, die unproduktiv und daher eigentlich überflüssig sind – als Immobilienmakler, Investmentbanker oder Unternehmensberater. Es sind Jobs, die keinen sinnvollen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Es sind Bullshit-Jobs. Warum bezahlt eine Ökonomie solche Tätigkeiten, die sie nicht braucht? Wie ist es zu dieser Entwicklung gekommen? Und was können wir dagegen tun? David Graeber, einer der radikalsten politischen Denker unserer Zeit, geht diesem Phänomen auf den Grund. Ein packendes Plädoyer gegen die Ausweitung sinnloser Arbeit, die die moralischen Grundfesten unserer Gesellschaft ins Wanken bringt. »Eine Einladung zum Umdenken.« Business Bestseller     »Drastische Ideen, spannend zu lesen!« P. M.

FAQ

Ein Bullshit-Job ist eine Beschäftigungsform, die so völlig sinnlos, unnötig oder schädlich ist, dass selbst der Arbeitnehmer ihre Existenz nicht rechtfertigen kann. Es geht also gerade nicht um Jobs, die niemand machen will, sondern um solche, die eigentlich niemand braucht.…

Was mir besonders gefallen hat, ist seine frische, radikale Perspektive, die so manch festgefahrene Vorstellung hinterfragt. Dieser Gedanke, dass wir als Gesellschaft blind sinnlose Tätigkeiten aufrechterhalten, ist nicht nur unbequem, sondern auch richtig spannend.

Radikal, erhellend und auf den Punkt – ein Buch, das herausfordert und nicht mehr aus dem Kopf geht. 4 von 5 Sternen.

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