Unheilige Geschäfte - Vino, Mord und Bella Italia!, Folge 8 (Ungekürzt)
Kritik
Kaum hat man sich in das sonnendurchflutete Fontenaia eingelebt, zieht einen die neuste Folge der Reihe sofort wieder hinein – mitten hinein in ein spannendes Durcheinander aus Charme, Geheimnissen und einem Mord, der das beschauliche Dorf ganz schön aufmischt. Pater Salvatore, der frisch aus dem Vatikan angereist ist, verbreitet zunächst gute Stimmung, doch dann überschlagen sich die Ereignisse: Ein Kreuz verschwindet, der Dorfpfarrer wird niedergeschlagen und schließlich findet man den charmanten Geistlichen ermordet in der Kirche. Schnell zeigt sich, dass hinter den malerischen Fassaden von Fontenaia mehr brodelt, als man ahnt.
Anna Wagner, die Heldin mit Herz und Spürnase, ist hier wieder das sprichwörtliche Salz in der Suppe. Mit ihrer unerschütterlichen Neugier und ihrem sympathischen Draufgängertum überzeugt sie auf ganzer Linie – und auch das Team der stazione di polizia bringt genau die richtige Mischung aus Professionalität und Lokalkolorit mit. Die Charakterzeichnung gelingt den Autor:innen Christian Homma und Elisabeth Frank so lebendig, dass man beim Zuhören fast den Duft von toskanischem Rotwein in der Nase hat. Der Schreibstil ist locker-flockig, dabei aber nie oberflächlich; die Balance zwischen gemütlichem Lokalkolorit und spannender Ermittlungsarbeit stimmt genau.
Was mir besonders gefallen hat? Die Atmosphäre! Man fühlt sich sofort ins Herz der Toskana versetzt, mit ihren kleinen Gassen, der reichen Geschichte und den Menschen, deren Geschichten sich genauso real anfühlen wie das nächste Glas Vino. Die mysteriöse Nonne sorgt für zusätzliche Würze, und die Dialoge sind angenehm natürlich, ohne dass es jemals langatmig wird.
Kritisch betrachtet: Wer super komplexe Thriller mit unzähligen Plot-Twists sucht, wird hier vielleicht enttäuscht sein. Aber – und das ist mein Ding an der Serie – der Fokus auf Gemütlichkeit und Lokalkolorit gepaart mit einem ordentlichen Schuss Spannung ist genau das richtige Rezept, wenn man Lust auf einen leichten Krimi für zwischendurch hat. Manchmal hätte ich mir ein bisschen mehr Tempo gewünscht, vor allem im Mittelteil.
Fazit: „Unheilige Geschäfte“ ist genau das richtige Hörbuch, wenn man ein krimi-interessiertes Herz und eine Italiensehnsucht hat, die danach schreit, mit einem Glas Wein in der Hand die dunklen Geheimnisse eines kleinen Dorfes zu ergründen. Charmant, spannend und mit einem wunderbar italienischen Flair – eine klare Empfehlung für alle, die gemütliche Krimis mit Charakter suchen.
4 von 5 Sternen.