Wenn dir das hier gefiel …
Einsames Watt
Key Facts
Kritik
Wer beim Lesen gern direkt mitten in die raue Nordseewelt eintauchen will, ist hier genau richtig. „Einsames Watt“ von Nina Ohlandt und Jan F. Wielpütz nimmt dich mit auf eine spannende Reise nach Amrum, wo ein verlassenes Segelschiff und eine Leiche an der Küste ein Netz aus alten und neuen Geheimnissen spinnen. Ermittler John Benthien steht nicht nur vor einem mysteriösen Mord, sondern auch vor seiner eigenen Vergangenheit, die ihn so schnell nicht loslässt.
Die Figuren sind dabei alles andere als eindimensional: John wirkt authentisch mit seinen inneren Konflikten, und gerade das macht ihn so nahbar. Die Autoren schaffen es, die nordische Stimmung und die raue Landschaft fast greifbar zu machen, ohne dabei in Klischees abzurutschen. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, mit Humor und einem Hauch Melancholie, der perfekt zur Handlung passt. Kleine Verschachtelungen in der Erzählweise halten die Spannung und machen Lust, immer weiterzulesen.
Kritisch gesehen hätte ich mir an manchen Stellen ein bisschen mehr Tempo gewünscht – vor allem im Mittelteil zieht sich die Geschichte etwas, was aber der Atmosphäre zugutekommt, wenn man das so sehen will. Auch die Auflösung ist clever, wenn auch nicht völlig überraschend.
Insgesamt ein wirklich starker Krimi für alle, die nordische Atmosphäre lieben und Lust auf tiefgründige Charaktere und eine gut konstruierte Handlung haben. Wer schnelle Action erwartet, könnte allerdings leicht enttäuscht werden.
4 von 5 Sternen – „Einsames Watt“ ist ein Buch, das man nicht nur wegen des Falls liest, sondern auch wegen der Menschen und der Stimmung, die es transportiert. Absolut empfehlenswert für gemütliche Lesestunden mit einem Hauch Spannung.