Die Puppenmacherin
Kritik
Kaum schlägt man „Die Puppenmacherin“ auf, spürt man sofort diesen unterschwelligen Grusel, der sich behutsam, aber unerbittlich in die Knochen schleicht. Max Bentow versteht es meisterhaft, einen Spannungsbogen zu knüpfen, der einen von der ersten Seite an nicht mehr loslässt.
Im Mittelpunkt steht Kommissar Nils Trojan, der in seinem zweiten Fall mit einem besonders makabren Mord konfrontiert wird: Eine junge Frau wurde in einem Keller in eine skurrile, fast schon unheimliche Starre versetzt – eingehüllt in getrockneten Schaum, der wie ein sarkophages Gefängnis wirkt. Schnell wird klar, dass hier mehr dahintersteckt als ein gewöhnliches Verbrechen. Trojan stößt auf verheerende Parallelen zu einem alten Fall, der von der sogenannten Puppenmacherin Josephin Maurer handelt. Und plötzlich wird die Frage drängend: Spielt hier jemand ein fieses Katz-und-Maus-Spiel mit der Vergangenheit? Oder schlummert die Dunkelheit noch immer – irgendwo da draußen?
Was mir an Bentows Erzählweise besonders gefällt, ist diese Mischung aus psychologischem Tiefgang und klassischem Thriller-Kick. Die Figuren sind glaubwürdig, vor allem Nils Trojan – kein Superheld, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten, der sich nicht vor seinen Dämonen fürchtet. Auch die Psychologin Jana Michels fügt der Geschichte eine spannende Dimension hinzu, die den Fall noch vielschichtiger macht. Und mal ehrlich: Wer bei der Beschreibung des Kellers nicht ein mulmiges Gefühl bekommt, der hat wohl keinen Nerv für Nervenkitzel.
Klar, ab und zu zieht sich das Tempo ein bisschen, und manche Wendungen hätten gern etwas überraschender ausfallen dürfen. Aber da stört sich niemand ernsthaft dran, der eine fein gestrickte Geschichte mit düsterer Atmosphäre sucht.
Kurz gesagt: Wer auf gut gemachte Thriller mit psychologischem Einschlag steht, darf bei „Die Puppenmacherin“ ruhig zugreifen. Max Bentow liefert Spannung, Grusel und eine Prise Mystery – genau die richtige Kombination für einen verregneten Abend auf dem Sofa.
4 von 5 Sternen – ein solider Thriller, der sicher nicht nur Fans dunkler Geschichten begeistern wird.
Klappentext
Als der Berliner Kommissar Nils Trojan an den Schauplatz eines neuen Mordfalles gerufen wird, ist er zutiefst erschüttert von dem Anblick, der sich ihm bietet: Der Täter hatte eine junge Frau in den Keller gelockt und sie dort auf ungeahnte Weise ermordet – ihr Körper ist erstarrt in einem monströsen Sarkophag aus getrocknetem Schaum. Bei seiner Recherche stößt Trojan auf einen älteren Fall, der verblüffende Parallelen aufweist: Damals konnte die Puppenmacherin Josephin Maurer in letzter Sekunde aus einem Keller befreit werden, der Angreifer hatte bereits Spuren seiner makabren Handschrift auf ihrem Körper hinterlassen. Doch der als Täter identifizierte Karl Junker gilt inzwischen als tot - kann es sein, dass jemand ihn kopiert? Oder ist er doch noch am Leben, besessen davon, sein grausames Werk fortzusetzen? Trojan bittet die Psychologin Jana Michels um Hilfe, denn er ahnt, dass der Mörder in einen Wahn verstrickt ist, der sich seiner Vorstellungskraft entzieht - und dass das Töten noch lange kein Ende hat ...