Der Kommissar und das Rätsel von Biscarrosse - Kommissar Philippe Lagarde - Ein Kriminalroman aus der Normandie, Band 8 (Ungekürzt)
Kritik
Schon nach den ersten Seiten spürt man: Hier geht es nicht nur um einen weiteren Mordfall, sondern um ein echtes Herzensprojekt für Kommissar Philippe Lagarde. Maria Dries nimmt uns mit in die malerische Normandie, doch die Idylle trügt – denn hinter den Kulissen lauern Geheimnisse, die nicht nur die Bewohner von Biscarrosse erschüttern.
Der Fund der grausam getöteten Delcroix-Eheleute zu Beginn wirkt zunächst wie ein klassischer Raubüberfall. Doch je tiefer Lagarde in die Ermittlungen eintaucht, desto deutlicher wird, dass hier mehr als nur materielle Motive im Spiel sind. Besonders spannend: Dieser Fall ist für Lagarde persönlich – der Tote war nicht nur ein langjähriger Mentor, sondern auch eine vertraute Bezugsperson. Dieses emotionale Band verleiht der Geschichte zusätzlich Gewicht und macht die Suche nach der Wahrheit umso mitreißender.
Philippe Lagarde ist kein distanzierter Ermittler, sondern ein Mensch mit Ecken und Kanten, der sich auch mal überfordert zeigt und dabei eben gerade dadurch sehr authentisch wirkt. Dries’ Schreibstil ist angenehm flüssig, unspektakulär und doch atmosphärisch dicht. Man fühlt sich, als stünde man selbst neben Lagarde, während sich die Puzzleteile langsam zusammensetzen – ein echtes Plus für Krimifans, die Wert auf Charaktertiefe legen.
Was wird gelegentlich etwas schwerfällig? Einige Passagen ziehen sich stellenweise ein wenig, und die Auflösung wirkt an manchen Stellen fast zu konstruiert. Aber das trübt den Lesespaß nur minimal, denn die packende Mischung aus persönlicher Betroffenheit und regionalem Flair fesselt dennoch durchgehend.
Wer Lust auf einen Krimi hat, der weit mehr bietet als blutige Action, der mit Charakteren punktet, die echte Gefühle zeigen, und der einen Blick hinter die malerischen Fassaden der Normandie wirft, ist hier genau richtig. „Der Kommissar und das Rätsel von Biscarrosse“ ist ideal für alle, die gerne mitfiebern, ohne sich von überkandidelten Plotwendungen abschrecken zu lassen.
4 von 5 Sternen – ein gelungenes Comeback für Kommissar Lagarde, das zum Weiterlesen animiert!