Der tote Gärtner im Marmorsaal - Morden ohne Sorgen, Folge 2 (Ungekürzt)
Kritik
Schon diese nächtliche Führung durch das Neue Palais setzt einen wunderbar schaurig-schrägen Ton – und ehe man sich versieht, stolpert man mit Frederik Loebell mitten in einen Mordfall, der ganze Schlosskulisse inklusive Marmorboden zum Schauplatz macht. Frederik, der unfreiwillige Rückkehrer ins Hotel Mama, überrascht mit jeder Szene: Nicht nur, weil er sich inmitten von Geheimnissen und schrägen Verdächtigen wiederfindet, sondern auch, weil er menschlich und nahbar bleibt – ein echter Typ, bei dem man sofort mitfiebert.
Der zweite Fall aus der Reihe „Morden ohne Sorgen“ verbindet geschickt Humor mit Spannung. Besonders charmant sind die Teamdynamik und die Eigenheiten der Figuren: Lisi bringt als flotte Reporterin ordentlich Biss rein, der Praktikant Tuan ergänzt das Trio mit Köpfchen, und ihr Zwergdackel Wilhelm darf natürlich nicht fehlen – ein sympathisches Quartett, das ganz ohne große Klischees auskommt. Andreas K. Buchholz’ Stil ist locker und lebendig, seine Sprache sprüht vor Wortwitz, ohne jemals aufgesetzt zu wirken. Man fühlt sich im Potsdam der Schlösser und Parks direkt zuhause, wenn man mit Frederik durch düstere Korridore und muntere Gespräche wandert.
Ein kleiner Haken? Manchmal zögern die Ermittlungen ein bisschen, und die Balance zwischen Komik und Krimi bricht mal kurz aus dem Rahmen – wer eher klassische, schnörkellose Krimis sucht, könnte hier etwas zu viel Witz und Chaos entdecken. Aber gerade das macht den Charme aus, wenn man sich darauf einlässt.
Alles in allem ist „Der tote Gärtner im Marmorsaal“ genau das Richtige für alle, die einen leichten, unterhaltsamen Krimi mit Ecken und Kanten lieben. Kein schweres Kopfkino, dafür aber viel Spaß und sympathische Figuren, bei denen man gern drangeblieben wäre.
4 von 5 Sternen – ein locker-flockiger Krimi, der Spaß macht und Lust auf mehr weckt. Wer humorvolle Ermittlungen in idyllischer Kulisse mag, sollte hier unbedingt zugreifen.