Die schöne Tote von Sanssouci - Morden ohne Sorgen, Folge 1 (Ungekürzt)
Kritik
Man merkt sofort: Hier wird nicht lang gefackelt, sondern munter ermittelt – und das auf charmante Art mit einem Augenzwinkern. Frederik Loebell kehrt nach zwei Jahrzehnten zurück nach Potsdam, und was ihm dort als Neu-Lokalreporter blüht, ist alles andere als ein Ruhestand. Statt gemütlich durch die Provinz zu schlendern, wirbelt er mitten rein in ein dickes Durcheinander rund um ein Musikfestival auf Schloss Sanssouci – inklusive rätselhafter Todesfälle, geheimnisvoller Autounfälle und einer gehörigen Portion schrulligem Lokalkolorit.
Loebell selbst ist kein klassischer Sherlock Holmes, eher ein sympathischer Kauz mit Ecken und Kanten, der zusammen mit seinem Zwergdackel Wilhelm und dem ungleichen Team aus Tuan und Lisi ziemlich viel Leben reinbringt. Diese Mischung aus leicht schrägen Figuren und der lebendig erzählten Geschichte sorgt dafür, dass man schnell mitfiebert und immer wissen will, wie es weitergeht. Andreas K. Buchholz schreibt flott und locker, ohne sich in zu viel Detailverliebtheit zu verlieren – genau richtig für alle, die gerne einen Krimi mit Humor und Lokalkolorit lesen möchten.
Natürlich holpert die Handlung gelegentlich ein wenig und manch eine Szene hätte etwas straffer geschnitten sein können. Hier wäre weniger mehr gewesen, um das Tempo noch schärfer zu halten. Aber das wird locker wieder wettgemacht durch die liebevollen Beschreibungen Potsdams und die sympathische Grundstimmung, die den Wohlfühl-Aspekt dieses Krimis ausmacht.
„Die schöne Tote von Sanssouci“ ist damit genau das Richtige, wenn ihr Lust auf leichte Spannung, sympathische Charaktere und eine Prise Provinzflair habt – perfekt für einen gemütlichen Abend, an dem man sich nicht zu ernst nehmen will. Vielleicht keine literarische Offenbarung, aber ein echter Spaßmacher, der Lust auf mehr macht.
3,5 von 5 Sternen – solide, unterhaltsam und mit Charme, aber ohne Anspruch auf den Krimi-Oscar. Empfehlenswert für alle, die regionale Krimis mit Herz und Humor schätzen.