Midsummer House - Das Erbe von Applemore, Band 3 (Ungekürzt)
Kritik
Manchmal trifft ein Buch genau den richtigen Nerv, und „Midsummer House - Das Erbe von Applemore, Band 3“ ist so ein Fall. Dieses Mal nimmt Rachael Lucas uns mit in das malerische Applemore, wo Verlockungen, persönliche Träume und unerwartete Begegnungen für ordentlich Wirbel sorgen.
Charlotte Fraser wirkt auf den ersten Blick wie die Art von Protagonistin, die weiß, was sie will, und ihr Leben fest im Griff hat. Umso spannender ist es zu beobachten, wie eine spontane Nacht mit Rob – einem charmanten, aber auch widerspenstigen Typen – ihre Welt auf den Kopf stellt. Die dynamische Spannung zwischen den beiden, gepaart mit dem fast schon gemütlichen Setting des Midsummer House, macht das Lesen zu einem richtigen Vergnügen. Besonders beeindruckend ist, wie Lucas es schafft, diese Figuren lebendig werden zu lassen und gleichzeitig die Landschaft von Applemore fast schon wie einen weiteren Charakter wirken zu lassen.
Der Schreibstil ist locker, lebendig und angenehm ungezwungen – kein übertriebener Kitsch, sondern genau die Art von Erzählweise, die man sich für einen sommerlichen Roman wünscht. Die Entwicklungen rund um den Besitz des Midsummer House sorgen für genug Konflikt, ohne dass sie sich wie Stolpersteine anfühlen. Und ja, die unterschwellige Romantik brodelt die ganze Zeit – angenehm dezent, aber spürbar.
Einziger kleiner Wermutstropfen: Manche Passagen hätten gerne noch etwas mehr Tempo vertragen können. An manchen Stellen zieht sich die Handlung ein wenig, was den Lesefluss kurz ausbremst. Aber das tut der Gesamtstimmung keinen Abbruch.
Wer Lust auf eine Mischung aus sympathischen Charakteren, einem Hauch Stadt-Landleben-Konflikt und einer Geschichte, die mit Herz und Charme punktet, hat, ist hier genau richtig. „Midsummer House“ macht Appetit auf Sommer, Meer und ein bisschen mehr Mut zum ungeplanten Abenteuer.
4 von 5 Sternen – flüssig, charmant und rundum unterhaltsam. Ein perfekter Begleiter für entspannte Lesestunden!