Die Tiefe: Verblendet - Engelhardt & Krieger ermitteln, Band 8 (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Kaum hatte ich die erste Szene gehört, zog mich „Die Tiefe: Verblendet“ sofort in seinen Bann – Karen Sander bringt hier so viel Spannung und Atmosphäre auf die Hörbuchbühne, dass man einfach dranbleiben muss. Diesmal müssen Engelhardt, Krieger und ihr Team nicht nur einen rätselhaften Doppelmord auf dem Darß lösen, sondern auch mysteriöse Verbindungen zu weiteren Fällen in der Region entwirren. Ein Brief, der wie ein roter Faden durch die Geschichte zieht, bringt Bewegung in die Ermittlungen und sorgt für jede Menge Nervenkitzel.
Tom Engelhardt als Hauptkommissar wirkt frisch und bodenständig, Mascha Krieger punktet mit cleveren kryptologischen Skills – ein Duo, das richtig Spaß macht. Besonders gelungen finde ich, wie Sander die Figuren authentisch zeichnet, ohne ins Klischeehafte abzurutschen. Der Erzählstil ist klar und temporeich, was das Zuhören angenehm macht. Die Sprecherin liefert eine ungekürzte Lesung, die die Spannung nochmal verstärkt, ohne zu übertreiben.
Klar, bei manchem Ermittlungsstrang hätte ich mir eine noch klarere Fokussierung gewünscht – manchmal sprudelt die Handlung fast etwas über vor Details, was zwischendurch kurz vom Wesentlichen ablenkt. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau, denn der starke Spannungsbogen hält einen trotzdem bei der Stange.
Wer Lust auf einen Krimi mit psychologischem Tiefgang, überraschenden Wendungen und einem Hauch von düsterer Stimmung hat, ist hier genau richtig. Für alle, die komplexe Fälle und sympathische Ermittler schätzen – hier bekommt ihr genau das. Ich vergebe solide 4 von 5 Sternen, weil die Geschichte mich wirklich mitgerissen hat und ich auch Band 7 demnächst direkt anhören werde. Ein echter Tipp für alle Krimifreunde, die gerne miträtseln und sich nicht vor ein paar dunklen Ecken scheuen.