Ausgebrannt (Ungekürzt)
Kritik
Manchmal erwischt einen ein Buch genau richtig – und „Ausgebrannt“ von Andreas Eschbach ist so ein Fall. Kaum hat man angefangen, spürt man die drückende Hitze einer Welt, in der Öl zum knappen Schatz wird und alles aus den Fugen gerät. Kein endloser Zukunftsroman, sondern ein Thriller, der so nah an aktuellen Ängsten dran ist, dass es einem kalt den Rücken runterläuft.
Die Geschichte dreht sich um Markus Westermann, der in einer Welt steckt, in der das Ende des Erdölzeitalters längst begonnen hat. Während Ölpreise durch die Decke schießen und Chaos ausbricht, versucht er an der Lösung zu arbeiten – oder zumindest daran, an etwas zu glauben. Eschbach gelingt es, diese Spannung so plastisch zu machen, dass man fast den Benzingeruch riecht und die Angst vor dem Mangel hautnah spürt.
Was mir besonders gut gefallen hat, ist der knappe, zielgerichtete Schreibstil. Keine langatmigen Beschreibungen, sondern klare Bilder und lebendige Dialoge, die die Geschichte vorantreiben und den Pulsschlag hochhalten. Markus ist kein typischer Held, sondern eher ein Typ zum Anfassen, mit Fehlern und Zweifeln – da steckt viel Menschliches drin, das mich gepackt hat.
Natürlich hätte ich mir hier und da etwas mehr Tiefgang bei den Nebenfiguren gewünscht – manchmal bleiben die etwas blass, als würden sie nur als Tribüne für das große Thema dienen. Aber insgesamt ist es gerade dieses schnörkellose Erzählen, das den Roman für mich so wirksam macht. Kein verzettelter Zukunftsroman, sondern spannungsgetrieben und nah am Puls der Zeit.
Wenn ihr also Lust auf einen Thriller habt, der nicht nur unterhält, sondern auch zum Nachdenken anregt und dabei nie ins Überdramatische abdriftet, dann ist „Ausgebrannt“ definitiv einen Blick wert. Für Fans von realitätsnaher Dystopie mit einem Schuss Wirtschaftsdrama – genau das richtige.
Mein Fazit: Spannend, relevant und packend erzählt. Ein Muss für alle, die gerne Thriller mögen, bei denen es etwas mehr zu denken gibt.
4 von 5 Sternen.