Wie heiratet man einen Marquis?
Kritik
Es gibt diese Geschichten, die einen sofort mitreißen, weil man sich selbst in den verzwickten Lagen der Hauptfigur sieht – „Wie heiratet man einen Marquis?“ ist so eine. Elizabeth Hotchkiss ist eine Frau mit Ziel und Herz, die mit viel Humor und einer ordentlichen Portion Pragmatismus versucht, ihrem Bruder ein besseres Leben zu ermöglichen. Und ja, das führt sie auf ungewöhnliche Pfade, inklusive eines ganz speziellen „Übungsobjekts“, das viel mehr als nur ein Testlauf ist.
Die Handlung ist klassisch-regency-angehaucht, mit all den charmanten Klischees, die man liebt, aber dennoch frisch erzählt. Elizabeth ist dabei herrlich bodenständig und dennoch stark – eine sympathische Heldin, die man schnell ins Herz schließt. Mr. Siddons als „kein Marquis“ bringt die Geschichte nicht nur ins Rollen, sondern sorgt auch für witzige und süße Momente, die das Buch ungemein lebendig machen. Und dann wäre da natürlich Lady Danbury, deren Auftritte kleine Highlights setzen und Fans von „Bridgerton“ sofort ansprechen.
Der Schreibstil ist leicht, locker und spritzig – man fliegt förmlich durch die Seiten, ohne das Gefühl zu haben, dass es vorhersehbar oder flach wird. Einziger kleiner Punkt: Manche Wendungen sind vielleicht ein kleines bisschen zu konstruiert, fast ein bisschen zu bequem für die Geschichte. Aber ehrlich gesagt, das stört nur minimal und nimmt nicht die Freude am Lesen.
Wer auf Regency-Romance mit witzigem Einschlag, starken Figuren und einer Prise Vertrautheit steht, wird an „Wie heiratet man einen Marquis?“ definitiv Gefallen finden. Wer allerdings komplexe historische Intrigen oder besonders dramatische Konflikte sucht, sollte vielleicht woanders reinschauen.
Unterm Strich ein charmantes Buch, das Spaß macht, das Herz kitzelt und problemlos einen verregneten Nachmittag rettet. Von mir gibt’s solide 4 von 5 Sternen.