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Sturmhöhe
Key Facts
Kritik
# „Sturmhöhe“ von Emily Brontë – Zwischen Sturm und Leidenschaft
Manchmal packt einen ein Buch so heftig, dass man es kaum aus der Hand legen kann – „Sturmhöhe“ ist genau so ein Wurf. Emily Brontë katapultiert uns mitten in ein düsteres, stürmisches Moor und in eine Liebe, die alles andere als romantisch ist. Schon beim ersten Satz spürt man: Das hier wird kein Zuckerschlecken, sondern ein wilder Ritt.
Im Kern erzählt „Sturmhöhe“ die Geschichte von Heathcliff, einem ehemaligen Findelkind, der in der rauen Welt von Wuthering Heights zwischen Liebe, Hass und Vergeltung aufwächst. Seine Beziehung zu Catherine Earnshaw, die alles auf den Kopf stellt, bildet das emotionale Herzstück des Romans – allerdings nicht in Form von Herzchen und Sonnenschein, sondern als eine explosive Mischung aus Leidenschaft und verbissener Rachsucht. Die Handlung ist durchzogen von dunklen Familiengeheimnissen, Intrigen und einem schier endlosen Sturm der Gefühle, der sich von einer Generation zur nächsten vererbt.
Die Figuren sind alles andere als simpel: Heathcliff ist gleichzeitig abstoßend und faszinierend – ein Charakter, der einen nicht so schnell loslässt. Catherine ist widersprüchlich und stark, aber auch verletzlich. Was Emily Brontë ausmacht, ist ihr einzigartiger Schreibstil: intensiv, bildgewaltig und genauso ungestüm wie die Landschaft, in der die Geschichte spielt. Man spürt förmlich das Heulen des Windes und das Prickeln auf der Haut, wenn die Charaktere ihre tiefsten Abgründe ausloten.
Natürlich ist „Sturmhöhe“ kein Wohlfühlroman. Die düstere Atmosphäre und die oft kühle Erzählweise können gerade zum Anfang fordernd sein. Man muss sich tatsächlich auf die komplexe Struktur und das teils alte Englisch einlassen. Aber wer Lust auf starke Emotionen hat, bekommt hier eine literarische Achterbahnfahrt – authentisch und ziemlich unverblümt.
Fazit: Wer Charakterdramen mit Biss, wilde Natur und eine Geschichte sucht, die noch lange nachhallt, ist hier goldrichtig. „Sturmhöhe“ ist nichts für zarte Gemüter, aber eine absolute Empfehlung, wenn ihr Lust auf ein intensives, ehrliches Leseerlebnis habt.
Bewertung: 5 von 5 Sternen
Klappentext
"Sturmhöhe", 1847 erschienen, ist heute der beliebteste Roman aus dem Werk der allesamt als Schriftstellerinnen hervorgetretenen Schwestern Brontë, und gilt als ein Klassiker der britischen Romanliteratur des 19. Jahrhunderts.
"Wuthering Heights" (Sturmhöhe) heißt der Besitz von Heathcliff. "Wuthering" beschreibt die Lüfte, dem dieser Ort bei stürmischem Wetter ausgesetzt ist.
Schauplätze des Romans sind der von der Familie Earnshaw bewirtschaftete Gutshof "Wuthering Heights", der auf einer windgepeitschten Anhöhe im Hochmoor von Yorkshire liegt, und das feudalere, im fruchtbaren Tal gelegene Herrenhaus "Thrushcross Grange", das der Familie Linton gehört. Die Geschichte dieser beiden Familien wird über drei Generationen hinweg erzählt.
In deren Mittelpunkt steht die düstere Gestalt des Heathcliff, "ein unbeherrschtes Geschöpf ohne Bildung, ohne Kultur, eine dürre Wildnis aus Stechginster und Basaltfelsen". In seinem grenzenlosen Hass gegen die Zerstörer seiner "unsterblichen" Liebe ruht er nicht, bis er sie und ihr Haus vernichtet zu haben glaubt.
Null Papier Verlag