Das Kalendermädchen
Kritik
Schon nach den ersten Seiten von „Das Kalendermädchen“ hast du direkt dieses beklemmende Gefühl, das sich wie ein Schatten in deine Gedanken schleicht. Sebastian Fitzek gelingt es hier, genau die düstere, frostige Stimmung der Winterzeit mit einem Thriller zu verbinden, der dich auf mehreren Ebenen packt – perfekt für lange Abende, wenn draußen alles still und kalt ist.
Im Mittelpunkt steht Alma, deren Leben durch ihre geheimnisvolle Vergangenheit und eine lebensbedrohliche Krankheit auf der Kippe steht. Ihre Adoptivmutter Olivia geht auf verzweifelte Suche nach Almas leiblichen Eltern – und trifft dabei auf eine grausame Legende, die mehr Albtraum als Märchen ist. Fitzek spielt auf mehreren Zeitebenen, was zwar manchmal kurz fordert, aber vor allem die Spannung hochhält und die Erzählung wunderbar vielschichtig macht.
Alma und Olivia sind keine eindimensionalen Figuren, sondern sehr menschlich mit Ecken und Kanten, was die Geschichte emotional mitreißend macht. Der Schreibstil ist dabei wie immer bei Fitzek flüssig, bildhaft und schnell – man merkt ihm die Erfahrung als Thriller-Profi an, ohne dass es zu überladen oder künstlich wirkt. Zwischendurch hatte ich aber auch Momente, in denen mir die Handlung ein bisschen zu konstruiert wirkte. Einige Wendungen kamen für meinen Geschmack etwas zu perfekt ins Bild gesetzt, doch gerade das macht Fitzeks Stil ja auch aus: Man will sich nicht sicher fühlen, aber „Das Kalendermädchen“ ist kein Werk für Leser, die realitätsnah und nüchtern lesen wollen.
Wenn du Lust auf einen nervenaufreibenden Psychothriller hast, der nicht nur mit Spannung, sondern auch mit Atmosphäre punktet, dann ist dieses Buch definitiv eine Empfehlung. Wer eher zarte Gemüter oder ganz bodenständige Krimis bevorzugt, sollte hier mit Vorsicht ran – der Ton ist durchaus düster und unbarmherzig.
Insgesamt ein starker Thriller, der Fitzeks Qualität bestätigt, wenn auch nicht ganz ohne kleine Schwächen – aber genau dieses Auf und Ab macht das Lesen doch spannend. Für alle, die es gerne ein bisschen gruselig, emotional und Gänsehaut-lastig mögen: Hier seid ihr richtig.
4 von 5 Sternen.
Klappentext
Vor elf Jahren wurde Alma als Baby unter mysteriösen Umständen zur Adoption freigegeben. In ihrer streng unter Verschluss gehaltenen Adoptionsakte steht der Vermerk: »Identität der Eltern darf unter keinen Umständen ans Licht kommen! Mutter droht Todesgefahr!!!« Doch nun ist Alma lebensgefährlich erkrankt und braucht dringend einen Knochenmarkspender.
Um das Leben ihrer Adoptivtochter zu retten, startet Olivia Rauch eine verzweifelte Suche nach den biologischen Eltern. Dabei stößt die auf Gewaltverbrechen spezialisierte Psychologin auf die Legende vom »Kalendermädchen«: einer jungen Frau, die sich einst zur Weihnachtszeit in ein abgeschiedenes Häuschen im Frankenwald zurückgezogen hatte. Und die dort von einem Psychopathen heimgesucht wurde, der sie zwang, einen Adventskalender des Grauens zu öffnen...
Düster und absolut nervenaufreibend sorgt Sebastian Fitzek mit seinem vielschichtigen Psychothriller Das Kalendermädchen auf drei Zeitebenen für gruselige Spannung. Nervenkitzel pur vom #1-Bestseller-Autor!