Der Cleaner - Thriller ( John Milton 1 )
Kritik
Kaum hatte ich das Buch aufgeschlagen, war ich sofort gefangen von der düsteren Atmosphäre und der zerrissenen Seele von John Milton. Dieser Thriller kratzt nicht einfach nur an der Oberfläche, sondern zieht dich mit in die Abgründe eines Mannes, der vom britischen Geheimdienst einst als eiskalter Killer erschaffen wurde – und sich nun seiner Vergangenheit stellen muss.
Die Handlung ist flink erzählt, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren, was gerade im Thriller-Genre Gold wert ist. Milton, ein Profi, der mit dem Töten aufhört und stattdessen Menschen hilft, die keine Stimme mehr haben, ist vielschichtig und authentisch. Mark Dawson schafft es, seinen Hauptcharakter trotz seiner dunklen Vergangenheit menschlich und greifbar zu machen – da kommt man einfach nicht dran vorbei, mitzufiebern. Der Schreibstil ist schnörkellos, passt perfekt zum Tempo der Geschichte und lässt die Spannung konstant hochhalten. Zwischendrin dachte ich öfter: „Boah, das wird eng!“ oder „Was für ein verdammter Kampf, dieser Milton!“
Kritik? Ja, ein paar Wendungen wirken ein wenig vorhersehbar und so mancher Fiesling könnte gern noch mehr Ecken und Kanten vertragen. Aber das schmälert den Lesegenuss kaum, weil die Hauptfigur und die dichte Stimmung das locker ausgleichen.
Kurzum: Wer auf clever konstruierte Thriller mit Ecken und Kanten steht, bei denen es richtig rundgeht, und für den moralische Grautöne wichtiger sind als einfache Gut-gegen-Böse-Szenarien, ist hier genau richtig. Sehr lesenswert, keine reine Actionorgie, sondern mehr ein spannendes, gut durchdachtes Charakterdrama im Thrillergewand.
4 von 5 Sternen – ein starker Auftakt, der Lust auf mehr macht.