Der Seidenspinner
Kritik
Schon beim Aufschlagen von „Der Seidenspinner“ merkt man: Hier kommt keine seichte Krimistory, sondern ein komplexer Fall, der einen direkt in seinen Bann zieht. Cormoran Strike, der knallharte, aber sympathische Ermittler mit Ecken und Kanten, bekommt es diesmal mit einem Fall zu tun, der nicht nur seine detektivischen Fähigkeiten fordert, sondern auch Persönlichkeiten entblößt, die man am liebsten gar nicht so genau kennenlernen möchte.
Die Geschichte startet mit dem mysteriösen Verschwinden des erfolgreichen, aber nicht eben beliebten Romanautors Owen Quine. Seine Frau bittet Strike um Hilfe – doch schnell wird klar, dass Owens abgekapseltes Leben und insbesondere sein brandneues Manuskript voller schonungsloser Charakterbeschreibungen einiges an Sprengstoff bereithält. Als Quine schließlich ermordet aufgefunden wird, beginnt ein spannender Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Falkenaugen gefragt sind.
Robert Galbraith gelingt es wieder einmal, eine Atmosphäre zu schaffen, die gleichermaßen düster und packend ist. Der Schreibstil ist angenehm unaufgeregt, aber dennoch voller feiner Details, die zum Nachdenken anregen. Besonders toll ist die Dynamik zwischen Strike und seiner Assistentin Robin Ellacott – die Chemie zwischen den beiden bringt immer wieder kleine Lacher und sorgt für eine aufgelockerte Stimmung, die den Spannungsbogen wunderbar ausbalanciert.
Was mir besonders gefallen hat: Der Plot ist enorm clever gestrickt, mit überraschenden Wendungen, die man nicht kommen sieht, aber trotzdem logisch wirken. Es fühlt sich an, als würde man selbst Teil der Ermittlungen sein, mit einem Blick hinter die Kulissen der literarischen und menschlichen Abgründe. Allerdings hat der Roman auch seine Längen, besonders zwischendurch schleichen sich einige ausführliche Beschreibungen ein, die manchmal ein bisschen das Erzähltempo drosseln – hier hätte ich mir gelegentlich etwas mehr Straffung gewünscht.
Wenn du Lust auf einen fetzigen Krimi hast, der mit Charaktertiefe und viel Fingerspitzengefühl punktet, dabei aber auch intelligente Unterhaltung mit Biss liefert, dann ist „Der Seidenspinner“ genau dein Ding. Perfekt für alle, die gerne mitraten und sich auf ein bisschen britischen Charme einlassen wollen.
4 von 5 Sternen – ein clever aufgebauter Thriller mit Ecken, Kanten und Herz, der Lust auf mehr macht!
Klappentext
Als der Romanautor Owen Quine spurlos verschwindet, bittet seine Frau den privaten Ermittler Cormoran Strike um Hilfe. Es ist nicht das erste Mal, dass Quine für einige Tage abgetaucht ist, und sie möchte, dass Strike ihn findet und nach Hause zurückbringt. Doch schon zu Beginn seiner Ermittlungen wird Strike klar, dass mehr hinter Quines Verschwinden steckt, als seine Frau ahnt. Der Schriftsteller hat soeben ein Manuskript vollendet, das scharfzüngige Porträts beinahe jeder Person aus seinem Bekanntenkreis enthält. Sollte das Buch veröffentlicht werden, würde es Leben zerstören – zahlreiche Menschen hätten also allen Grund, Quine zum Schweigen zu bringen.
Als Quine tatsächlich tot aufgefunden wird, brutal ermordet unter bizarren Umständen, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um das wahre Motiv des skrupellosen Mörders aufzudecken – eines Mörders, wie Strike ihm noch nie zuvor begegnet ist …
Absolut fesselnd und voller unerwarteter Wendungen: Der Seidenspinner ist der zweite Roman der hochgelobten Krimiserie um den Ermittler Cormoran Strike und seine entschlossene junge Assistentin Robin Ellacott.