Der Tod fährt mit dem Gummiboot - Sofia und die Hirschgrund-Morde, Teil 23
Kritik
Kaum hat man sich auf der Luftmatratze entspannt, schon landet man mitten in einem Mordfall – so beginnt Susanne Hanikas neuester Teil aus der Reihe um Sofia und die Hirschgrund-Morde. Wer jetzt an einen schnöden Krimi denkt, der täuscht sich gewaltig, denn hier trifft Spannung auf feinen bayerischen Humor und eine genau beobachtete Dorfgemeinschaft, die sofort ins Herz schließt.
Im Mittelpunkt steht wieder Sofia, die trotz striktem „Ermittlungsverbot“ ihrer unbändigen Neugier nicht widerstehen kann. Als auf dem Campingplatz das Klohäusl verwüstet wird und kurze Zeit später ein Toter auf der Luftmatratze auftaucht, ist klar: Ruhe und Erholung sind passé. Hanika bringt mit leichter Hand nicht nur den Fall zum Knistern, sondern zeichnet vor allem ein lebendiges Panorama aus bayerischer Gelassenheit und nordischem Pragmatismus. Sofia ist als Protagonistin herrlich authentisch – kein typisches Ermittlerklischee, sondern eine Frau mit Ecken und Kanten, die einfach nicht locker lässt. Der fesche Kommissar und das urige Campingplatz-Setting sorgen für charmante Stimmungsbilder, die genauso viel Spaß machen wie das Rätseln über die Zusammenhänge von Klohäusl-Randalierern und Mördern.
Der Erzählstil ist frisch, flott und mit einem Augenzwinkern geschrieben – perfekt für alle, die einen Wohlfühlkrimi lieben, der ohne blutrünstige Details auskommt, aber dennoch die Spannung hochhält. Das alles macht „Der Tod fährt mit dem Gummiboot“ zu einem kurzweiligen Lesevergnügen, auch wenn der 23. Teil einer Serie natürlich etwas Vorauswissen vom Publikum verlangt. Wer aber schon länger mitfiebert, fühlt sich sofort wieder angekommen.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Manchmal verliert die Handlung kurz ein bisschen Tempo, wenn zu viel Zeit auf der geselligen Camper-WG liegt – das kann ein bisschen nach hinten raus zäh wirken. Für Fans der Reihe ist das aber eher ein netter Einblick ins Campingleben als ein Ärgernis.
Kurz gesagt: Wer Bayern, sympathische Ermittlerinnen und einen leichten Krimi mit ordentlich Lokalkolorit mag, sollte bei „Der Tod fährt mit dem Gummiboot“ unbedingt reinschauen. Hanika weiß, wie man Spannung mit Charme verbindet, und lässt dabei ganz nebenbei das Klohäusl zur zentralen Bühne bizarrer Ereignisse werden. Ein gelungenes Sommerkrimi-Vergnügen mit Kultpotenzial.
Bewertung: 4 von 5 Sternen.