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Erschienen:
2018-04-16
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Die Ermordung des Commendatore Band II

Kritik

„Die Ermordung des Commendatore Band II“ hat mich sofort in seinen Bann gezogen – diese Mischung aus geheimnisvoller Kunst, spannender Erzählung und tiefen, unerwarteten Emotionen ist einfach unwiderstehlich. Die Geschichte um den jungen Maler und das mysteriöse Verschwinden von Marie entwickelt sich hier so vielschichtig und fesselnd weiter, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.

Im Zentrum steht wieder der Ich-Erzähler, dessen persönliche Reise diesmal auch durch die Beziehung zu Marie geprägt ist, einem zwiespältigen, aufmerksamem Charakter, der mehr zu sehen scheint, als er selbst preisgibt. Dass Menshiki, dieser undurchschaubare Auftraggeber, jetzt auch noch ein zweites Gemälde in Auftrag gibt, bringt eine zusätzliche Spannungsebene dazu. Die Handlung verwebt sich gekonnt mit surrealen Elementen und der Frage, wie weit ein Mensch gehen würde – ja, sogar töten könnte –, um verloren Geglaubtes zu retten. Dabei trifft der raue, klare Erzählstil von Murakami, übersetzt von David Nathan, den perfekten Ton: anspruchsvoll, dabei aber zugänglich und mit einem feinen Sinn für Details.

Besonders gelungen fand ich die Atmosphäre, die bildhaft und gleichzeitig geheimnisvoll ist. Man ist mittendrin in dieser Welt aus Kunst und Rätseln, ohne sich jemals verloren zu fühlen. Allerdings empfand ich den zweiten Band stellenweise etwas langsamer und dichter als den ersten – das Timing mancher Passagen lässt das Herz nicht immer vor Spannung rasen. Für Leser, die es actionreicher mögen, könnte das etwas zäh wirken.

Wer Lust auf eine intensive, fast schon philosophische Auseinandersetzung mit Identität, Kunst und den Schattenseiten der menschlichen Seele hat, findet hier definitiv einen spannenden Begleiter. Wer hingegen ein schnelles, klassisches Thriller-Tempo erwartet, sollte sich auf das gemächliche Ergründen vorbereiten.

Alles in allem ein klug erzähltes, überraschendes Werk, das mit seinen Figuren und Fragen im Kopf bleibt. Ich gebe 4 von 5 Sternen – für einen ungewöhnlichen Roman, der Kunst und Mystik wunderbar vereint und einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Klappentext

Hören Sie in Die Ermordung des Commendatore Band II: Eine Metapher wandelt sich wie die Geschichte des jungen Malers weitergeht. Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren. Das Mädchen, so glaubt Menshiki, könnte seine Tochter sei. Während der Sitzungen entwickelt sich allmählich ein vertrautes Verhältnis zwischen dem Ich-Erzähler und seinem Modell. Marie ist eine aufmerksame Beobachterin, und so hat sie vieles, was sich rund um das Haus des Malers abspielt, bemerkt. Eines Tages ist Marie verschwunden. Der Ich-Erzähler ist überzeugt davon, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen ihrem Verschwinden und dem Gemälde Die Ermordung des Commendatore. Darüber könnte ihm allerdings nur der alte, demente Maler des Bildes Aufschluss geben. Wozu ist ein Mensch fähig, von dem er nichts ahnt und das er weit von sich weisen würde? Diese Frage stellt sich der junge Maler, als er erfährt, was er tun muss, um Marie zu finden. Wäre er bereit, einen Menschen zu töten?

FAQ

Hören Sie in Die Ermordung des Commendatore Band II: Eine Metapher wandelt sich wie die Geschichte des jungen Malers weitergeht. Menshiki gibt ein zweites Bild in Auftrag: Der junge Maler soll die 13-jährige Marie porträtieren.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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