Wenn dir das hier gefiel …
Sörensen geht aufs Haus
Key Facts
Kritik
Manchmal sind es gerade diese Geschichten, die sich so echt anfühlen, als würde man einem alten Bekannten zu Hause über die Schulter schauen. „Sörensen geht aufs Haus“ von Sven Stricker ist genau so ein Buch – bodenständig, mit Ecken und Kanten, das aber trotzdem durch eine starke emotionale Tiefe überzeugt. Hier geht es nicht nur um einen weiteren spannenden Mordfall, sondern auch um die Last der Vergangenheit, die uns alle irgendwie einholt.
Sörensen, der eigenbrötlerische Ermittler mit ganz viel Charme und zerknittertem Herz, steht vor einem neuen Rätsel, das ihm mehr abverlangt als die reine Spurensuche. Sein kranker Vater zieht bei ihm ein, ein alter Schulfreund taucht auf – mit Problemen, die auch Sörensen selbst nicht kalt lassen. Dann kommt die grausige Entdeckung hinter seinem Haus: menschliche Überreste, die einen längst verjährten Fall wieder zum Brennen bringen. Zwischen Familiendramen, persönlichen Krisen und knallharter Polizeiarbeit versucht Sörensen, den Überblick zu behalten – und genau das macht das Buch so spannend und nahbar.
Was mir besonders gefallen hat, ist Strickers klarer, schnörkelloser Stil. Kein aufgeblasener Detektiv-Krimi, sondern eine Geschichte, die lebendig und authentisch bleibt, mit viel Raum für die kleinen Unsicherheiten und Eigenheiten der Figuren. Sörensen wirkt nicht wie der kühle Profi, sondern wie ein Mensch mit Schwächen und Widersprüchen, der einem sofort ans Herz wächst. Und auch die Nebenfiguren – allen voran die sich wandelnde Kollegin Jenni – bekommen genug Gewicht, um das Ganze rund zu machen.
Natürlich gibt es hier und da kleine Längen, und ein paar Wendungen sind nicht ganz überraschend, aber das tut der Gesamtatmosphäre kaum Abbruch. Wer auf der Suche nach einem Krimi ist, der mehr als nur rätselfreundliche Spannung bietet, sondern auch Herz und Humor, der liegt hier genau richtig.
Kurz gesagt: „Sörensen geht aufs Haus“ fühlt sich an wie ein Willkommen zu Hause – mit all seinen Macken und Momenten, die weh tun und gleichzeitig Mut machen. Für Fans von spannenden, authentischen und emotional dicht erzählten Krimis ein Must-Read.
Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.
Klappentext
Veränderungen stehen an bei Sörensen – und Veränderungen sind wie saure Milch: braucht man nicht. Nachdem er seinen kranken Vater bei sich aufgenommen hat, taucht überraschend auch noch ein alter Schulfreund auf. Schiefel heißt er, und er bringt einen Sack voller Probleme mit. Hinter seinem Haus werden menschliche Leichenteile gefunden. Handelt es sich um die Überreste eines vor Jahren verschwundenen Mädchens? Schon wird aus einem Cold Case ein heißer, steckt Sörensen in der nächsten Mordermittlung. Für die er dringend seine Kollegin Jenni braucht – die sich allerdings ebenfalls verändern möchte …