Eisige Nacht - Ein Norwegen-Krimi - Karl Sortland ermittelt-Reihe, Band 1 (Ungekürzt)
Kritik
Schon beim ersten Satz zieht einen die eisige Brutalität Norwegens in ihren Bann – kälter, düsterer und spannungsgeladener hätte ein Krimi kaum starten können. „Eisige Nacht“ entführt uns an die entlegene arktische Wetterstation Bjørnøya, wo nicht nur die Temperaturen frostig sind, sondern auch ein Mörder sein Unwesen treibt. Kommissar Karl Sortland und sein Partner Mats Samuelsson tappen im Dunkeln, während verschwundene Forscher, eine blutige Spur und brutale Überlebensbedingungen das Ermittlerduo auf eine harte Probe stellen.
Karl Sortland ist kein klassischer Ermittler, sondern ein Charakter mit Ecken und Kanten – genau das macht ihn so sympathisch und glaubhaft. Mats bringt als Kontrapunkt frischen Wind in die Story und das dynamische Duo ergänzt sich sehr gut. Der Schreibstil von Niklas Sonnenschein ist schnörkellos, aber atmosphärisch dicht, was perfekt zur rauen Kulisse Norwegens passt. Man spürt die Kälte förmlich beim Lesen, ohne dass die Story deswegen an Tempo verliert. Besonders gefallen haben mir die gelungenen Dialoge und der packende Spannungsaufbau, der einen immer tiefer ins frostige Dickicht der Geheimnisse zieht.
Klar, ab und zu hätte ich mir etwas mehr Hintergrund zu den Nebenfiguren gewünscht – manche bleiben leider etwas blass. Auch das Tempo im Mittelteil schwächelt stellenweise, was das Voranschreiten der Handlung kurzzeitig ausbremst. Aber das trübt den Lesefluss nicht wirklich, denn die starke Atmosphäre und die vielschichtige Handlung machen das locker wett.
Wenn ihr Lust auf einen nordischen Krimi habt, der echte Spannung mit authentischer Kulisse und Charakteren verbindet, ist „Eisige Nacht“ genau das Richtige. Für Fans düsterer Ermittlungen vor eisiger Naturkulisse ein echter Volltreffer!
4 von 5 Sternen – empfehlenswert für alle, die gerne in kalte Gefilde eintauchen und dabei den Puls hochhalten wollen.