Wenn dir das hier gefiel …
Knochenkälte
Key Facts
Kritik
Kaum hatte ich „Knochenkälte“ aufgeschlagen, fühlte ich mich sofort mitten in einem düsteren Wintersturm gefangen – dieses unheilvolle Knistern in der Luft, das einem den Nacken runterläuft, bringt Beckett einfach meisterhaft rüber. David Hunter, unser forensischer Anthropologe, steckt hier in einem abgelegenen Dorf fest, das mehr Geheimnisse als freundliche Gesichter bereithält. Das Skelett, das zwischen den Wurzeln einer mächtigen Fichte eingefangen ist, gibt den Startschuss für eine Geschichte, die weit mehr als nur ein Krimi mit kalter Atmosphäre ist.
Die Handlung lässt einen nicht so schnell los: Ein kleines Dorf, abgeschottet vom Rest der Welt durch einen Sturm, misstrauische Menschen und eine drückende Stimmung, die den Leser förmlich in sich aufsaugt. Hunter bleibt dabei ganz der Profi, aber zeigt auch immer wieder seine menschlichen Schwächen, was ihn sehr sympathisch macht. Becketts Schreibstil ist klar und präzise, schafft es aber trotzdem, unheimliche Momente mit einem fast schon cineastischen Flair zu zeichnen – ich habe das Buch regelrecht vor mir sehen können.
Was mich besonders gepackt hat: Die Mischung aus Naturgewalt, düsterem Setting und einem Fall, der langsam aber sicher immer mehr Schichten offenlegt. Und ja, manchmal wünscht man sich eine Prise mehr Tempo, gerade im Mittelteil zieht es sich etwas – aber genau diese Ruhephasen stärken auch die Spannung, finde ich. Außerdem ist die Einführung der Dorfbewohner manchmal ein kleines Ratespiel, wer Freund und wer Feind ist, was den Nervenkitzel effektiv erhöht.
Wer auf atmosphärische Krimis mit einer Prise Grusel steht und kein Problem damit hat, wenn es mal einen Gang runtergeschaltet wird, ist hier genau richtig. Beckett schafft es mit „Knochenkälte“, eine dichte, packende Story zu erzählen, die einem den Atem raubt – zumindest, wenn man genug Kuscheldecke und Tee zur Hand hat.
Vergeben würde ich gut gemeinte 4 Sterne – weil das Buch trotz kleiner Schwächen richtig Spaß macht und vor allem eins: richtig schön kalt und spannend ist. Für alle, die David Hunter schon kennen oder knackige, originelle Kriminalstorys lieben, definitiv ein Volltreffer.
Klappentext
Das Skelett hängt in den Wurzeln einer mächtigen Fichte, die das Unwetter zu Fall gebracht hat. Das Wurzelwerk scheint über die Jahre in den verwesenden Körper hineingewachsen zu sein und hält ihn fest umklammert wie in einer Umarmung.
Dr. David Hunter ist während eines Wintersturms in einer kleinen Ortschaft in den Cumbrian Mountains gestrandet. Er ist hier unerwünscht, daran lassen die Bewohner von Edendale keinen Zweifel. Beim Versuch, den grausigen Fund bei der Polizei zu melden, stellt der forensische Anthropologe fest, dass der Sturm das Dorf von der Außenwelt abgeschnitten hat …