Die Letzte macht das Licht aus - Eine Hofgeschichte (Ungekürzte Lesung)
Kritik
Kaum ein Hörbuch hat mich in letzter Zeit so herzlich erwischt wie „Die Letzte macht das Licht aus“. Martin Frank nimmt uns mit auf seinen ganz persönlichen Bauernhof-Weg, der – Achtung – nicht nur von Traktoren, sondern vor allem von Gefühlen und ein bisschen Kabarett geprägt ist. Es geht um das Ende einer Ära: Die letzte Kuh verlässt den Stall, der Hof wird aufgegeben, und Martin steht plötzlich vor einem großen Fragezeichen namens „Was jetzt?“.
Wer auf authentische Geschichten rund ums Landleben steht, ohne ins Kitschige abzudriften, ist hier genau richtig. Martin zeigt uns, wie widersprüchlich das Bild der Landwirtschaft manchmal ist – mal dampft im Kopf die romantische Idylle, mal röhrt der Alltag hart und ehrlich. Seine Figuren – vor allem er selbst mit seinem humorvollen Selbstbild als Kuhstall-Kabarettist – sind so nahbar und echt, dass man sich sofort dazugehörig fühlt. Der Erzählstil ist locker, persönlich und so sympathisch, dass man die ungekürzte Lesung kaum aus der Hand legen möchte.
Einziger kleiner Haken: Manchmal verliert sich die Geschichte ein bisschen in gedanklichen Abschweifungen, was die Spannung ein wenig dämpft. Aber ehrlich gesagt passt das zum Nachdenken über Abschiede, Zukunft und Veränderung ja auch ganz gut. Das Hörbuch verbindet Lebensweisheit mit einer feinen Prise Ironie und zeigt, dass das Ende des Bauernhofs nicht das Ende von allem sein muss.
Fazit: Wer echtes Landleben mit modernen Fragen, Humor und einer großen Portion Herz mag, sollte hier unbedingt reinhören. Martin Frank ist nicht nur Landwirt, sondern auch ein grandioser Erzähler, der uns alle ein Stück näher zusammenbringt – Stadt und Land, Mensch und Tier, Vergangenheit und Zukunft.
4 von 5 Sternen für eine tolle Mischung aus Lebensgefühl und feinsinnigem Humor.