Dunkles Wasser
Kritik
Schon die ersten Kapitel von „Dunkles Wasser“ ziehen einen regelrecht in ihren Bann – dieser düstere Thriller hat mich sofort in seinen Bann geschlagen. Charlotte Link schafft es, eine beklemmende Atmosphäre aufzubauen, die sich wie ein dichter Nebel um die Figuren legt und die Spannung permanent ansteigen lässt.
Im Zentrum stehen Kate Linville und Caleb Hale, die zusammen einen alten, ungeklärten Mordfall aufrollen. Das allein klingt zwar nach klassischem Ermittlerstoff, aber die Geschichte entfaltet sich so vielschichtig und emotional, dass man unbedingt wissen will, was damals wirklich passiert ist. Die Schicksale der Überlebenden, vor allem von Iris, werden mit großer Sorgfalt und Empathie erzählt – man fühlt förmlich ihren Kampf um Normalität mitten im Chaos der Vergangenheit. Charlotte Links Schreibstil ist angenehm flüssig, dabei aber trotzdem spannend und atmosphärisch dicht, ohne zu ausschweifend zu werden.
Was mir besonders gut gefallen hat: Die Balance zwischen nervenaufreibendem Thriller und berührendem Drama. Außerdem die clever eingebauten Wendungen, die ich so nicht habe kommen sehen. Einzig das Tempo an manchen Stellen zieht sich minimal, gerade wenn sich der Fokus kurz auf Nebencharaktere verlagert – das hat mich kurz aus dem Lesefluss gerissen. Dennoch bleiben solche Momente die Ausnahme.
Wer Lust auf einen durchdachten, packenden Thriller hat, der nicht nur auf den nächsten Knalleffekt zielt, ist mit „Dunkles Wasser“ genau richtig. Charlotte Link liefert hier wieder solide Spannung und tiefgründige Figuren – perfekt für lange Herbstabende auf der Couch. Für mich ein klares 4 von 5 Sternen und eine echte Leseempfehlung.
Klappentext
In einer stürmischen Nacht an der schottischen Westküste dringen dunkel gekleidete Männer in die Zelte zweier Familien ein. Sie werden gefoltert und ermordet. Nur die älteste Tochter Iris überlebt, weil sie sich stundenlang unter einem Steg im Wasser versteckt. Die Kilbride-Morde, wie sie fortan genannt werden, können nie aufgeklärt werden.
Fünfzehn Jahre später erhält Iris plötzlich anonyme Drohungen. Auf einer Reise durch Frankreich verschwindet dann ihre Freundin spurlos. Zufällig trifft sie dort auf Caleb Hale, der erste Ermittlungen anstellt. Zusammen mit Kate Linville begibt er sich auf eine Spur, die tief in die Vergangenheit führt …
Gekürzte Lesung mit Claudia Michelsen
14h 27min