Das Hexenmädchen
Kritik
Schon beim ersten Satz zieht „Das Hexenmädchen“ von Max Bentow einen direkt in einen düsteren Strudel aus Geheimnissen und Bedrohung – da will man einfach wissen, was hinter dieser rätselhaften „Hexe“ steckt. Kommissar Nils Trojan, der erfahrene Ermittler aus Berlin, hat in seinem vierten Fall wirklich alle Hände voll zu tun: Zwischen brutalem Mord und dem Verschwinden zweier kleiner Mädchen entsteht ein beklemmendes Netz aus Angst und Rätseln, das einen nicht mehr loslässt.
Die Handlung überzeugt durch das packende Zusammenspiel von klassischem Krimi und einer fast schon unheimlichen, märchenhaften Spannungsebene. Was mich besonders begeistert hat: Bentow schafft es, die Figuren lebendig und nahbar zu zeichnen, besonders Trojan ist kein typischer harter Ermittler, sondern ein Typ mit Ecken und Kanten, der sich mit seinen Zweifeln und seinem unerschütterlichen Gerechtigkeitssinn sehr glaubwürdig zeigt. Der Schreibstil ist dabei flüssig und spannend, ohne an Tiefe zu verlieren – perfekt, um beim Lesen richtig abzutauchen, ohne sich zu verlieren.
Klar, manchmal fühlt sich die Geschichte ein bisschen überladen an, vor allem wenn die Spannung allzu sehr auf mystische Elemente stützt, aber das nimmt dem Ganzen kaum die Kraft. Ein bisschen weniger hätte hier manchmal mehr sein können, gerade in Sachen Tempo und Erklärung, aber das ist wirklich Meckern auf hohem Niveau.
Wenn ihr Lust auf einen Krimi habt, der nicht nur spannend, sondern auch atmosphärisch dicht ist und mit einer Hauptfigur punktet, die man wirklich gern begleitet, dann solltet ihr „Das Hexenmädchen“ keinesfalls verpassen. Für alle, die es gern etwas düsterer und psychologisch raffiniert mögen, ein echter Volltreffer.
4 von 5 Sternen – weil Spannung und Charaktere super funktionieren, auch wenn hier und da noch Luft nach oben ist.
Klappentext
Den Berliner Kommissar Nils Trojan erwartet ein albtraumhaftes Szenario, als er mitten in der Nacht am Schauplatz eines Verbrechens eintrifft: Ein Mann wurde in seiner eigenen Küche auf grausame Weise hingerichtet. Und noch bevor Trojan Atem holen kann, schlägt der Mörder wieder zu. Der Kommissar hat nicht den geringsten Anhaltspunkt, doch nachdem zwei kleine Mädchen spurlos verschwinden, beschleicht ihn der Verdacht, dass ein Zusammenhang zwischen den Fällen besteht ... Warum haben die Kinder von einer mysteriösen „Hexe“ gesprochen, die sie in Angst und Schrecken versetzt? Und warum fühlte er sich beim Anblick der Mordopfer an ein bekanntes Kindermärchen erinnert?
(Laufzeit: 9h 23)