Die Perlenschwester
Kritik
Manchmal stolpert man über Geschichten, die einen sofort packen – „Die Perlenschwester“ von Lucinda Riley gehört definitiv dazu. Hier reist man nicht nur geografisch quer durch die Welt, sondern auch emotional ganz tief hinein in geheimnisvolle Familiengeschichten und kulturelle Wurzeln, die einem lange im Kopf bleiben.
Die Handlung führt CeCe d’Aplièse von den sonnendurchfluteten Stränden Thailands bis in das raue, endlose Outback Australiens. Nach dem Tod ihres Vaters bricht sie auf, um das Leben einer gewissen Kitty Mercer zu ergründen – eine Frau, die im 19. Jahrhundert Australien mit dem Perlenhandel aufmischte. Während CeCe den Spuren dieser faszinierenden Vergangenheit folgt, öffnet sich für den Leser ein buntes Panorama aus Geschichte, Abenteuer und der mystischen Kultur der Aborigines.
CeCe als Protagonistin ist kein glattgebügelter Romancharakter, sondern eine Frau mit Ecken und Kanten, die man gern begleitet. Lucindas Schreibstil liest sich dabei herrlich flüssig und eindringlich, ohne zu dick aufzutragen – perfekt für lange Abende oder den Urlaub am Strand. Besonders gefallen hat mir, wie sie die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart so lebendig schildert, dass man fast das Gefühl hat, selbst mit dabei zu sein.
Klar, ein bisschen mehr Tiefe bei manchen Nebenfiguren hätte dem Ganzen gut getan, und manche Wendungen kommen ein wenig vorhersehbar, aber weder hat mich das gestört noch die Spannung merklich geschmälert. Es ist genau die Art von Roman, die sich angenehm leicht wegliest, aber trotzdem mit kleinen Überraschungen glänzt.
Wenn du Lust hast auf eine Geschichte, die Fernweh weckt, Geheimnisse enthüllt und dabei ganz nebenbei ein Stück Geschichte lebendig werden lässt, dann ist „Die Perlenschwester“ dein nächstes Buch. Perfekt für alle, die gerne mit starken Frauen und kulturell bunten Szenarien in fremde Welten eintauchen.
Ich vergebe ganz entspannt 4 von 5 Sternen – ein schönes Leseerlebnis mit Tiefgang und Fernweh inklusive.
Klappentext
Wie auch ihre Schwestern ist CeCe d'Aplièse ein Adoptivkind, und ihre Herkunft ist ihr unbekannt. Als ihr Vater stirbt, hinterlässt er einen Hinweis – sie soll in Australien die Spur einer gewissen Kitty Mercer ausfindig machen, eine Schottin, die im 19. Jahrhundert nach Australien kam und den Perlenhandel zu ungeahnter Blüte brachte. CeCe fliegt nach Down Under, um den verschlungenen Pfaden von Kittys Schicksal zu folgen. Und taucht dabei ein in die magische Kunst der Aborigines, die ihr den Weg weist ins Herz ihrer eigenen Geschichte ...
Gelesen von Katharina Spiering, Oliver Siebeck und Katja Hirsch.
(2 mp3-CDs, Laufzeit: 18h 9)