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Autor:
Erschienen:
2023-11-30
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Der Spurenfinder

Kritik

Ich habe das Buch mit dem Gefühl zugeschlagen, endlich wieder jemanden zu treffen, der mehr Narben als Antworten hat — und genau dieses warme, leicht verletzte Herz schlägt durch jede Seite.

In Der Spurenfinder geht es um Elos von Bergen, einst der berühmteste Spurenfinder der Verlorenen Provinzen, der nach einem traumatischen Fall eigentlich Ruhe gesucht hat. Mit seinen Kindern Ada und Naru lebt er in Friedhofen, einem Dorf, das so verschlafen ist, dass man fast glauben möchte, die Welt hätte ihn vergessen. Doch als ein rätselhafter Mord die Idylle erschüttert, wird Elos in den verzwicktesten Fall seines Lebens zurückgezogen — und die Kinder sind natürlich längst nicht so brav daheim, wie er denkt. Mehr will ich nicht verraten, nur: Es wird clever, manchmal rührend, oft überraschend und immer unterhaltsam.

Die Figuren sind großartig gezeichnet. Elos ist kein unfehlbarer Held, sondern ein müder, liebenswerter Mann mit Ecken und Kanten; Ada und Naru bringen kindliche Neugier, Mut und eine erfrischende Unberechenbarkeit in die Geschichte. Die familiären Momente funktionieren besonders gut — ich habe bei wenigen Szenen so gelacht und kurz darauf fast die Augen feucht gehabt. Die Zusammenarbeit von Marc-Uwe Kling mit Johanna und Luise Kling sorgt dafür, dass Humor, Fantasie und psychologische Tiefe gut austariert sind. Der Ton schwankt zwischen lakonischer Komik und ernsthafter Spannung, ohne je unglaubwürdig zu werden.

Der Schreibstil ist flott, dialoglastig und überrascht mit kleinen, schlauen Einwürfen, die das Lesen lebendig halten. Das Worldbuilding bleibt eher skizziert als episch ausbuchstabiert — genug, damit die Fantasie funktioniert, aber nie so detailverliebt, dass das Tempo leidet. Kleine Erinnerungs- und Memoir-Passagen lockern das Erzähltempo auf, haben mir persönlich gefallen, könnten manche Leserinnen aber als Bruch empfinden.

Kritik? Ein, zwei Nebenstränge hätten gestrafft werden können; gelegentlich fühlt sich die Auflösung ein wenig zu passend an, fast zu sehr nach „alles fügt sich schön zusammen“. Und wer ultraharten, düsteren Krimi erwartet, wird enttäuscht sein — das ist eher ein warmherziger, cleverer Fantasy-Krimi mit Herz.

Fazit: Ein sympathisch-schlauer Pageturner für alle, die Humor und Familiendramen in einem fantasievollen Setting mögen. Perfekt, wenn ihr leichte, aber kluge Unterhaltung sucht — und keine Angst vor kleinen Emotionen habt. Bewertung: 4 von 5 Sternen.

Klappentext

»Elos von Bergen war nicht einfach irgendein Spurensucher. Er war es, der das Rätsel des Obelisken von Tarnok gelöst hat. Er brachte der Gräfin von Oberlinden ihren Greifen zurück. Er fing den Traummörder von Altschwanenberg. Er war der berühmteste Spurensucher der Verlorenen Provinzen. Wobei er sich selbst nie als Spurensucher bezeichnet hätte. Elos von Bergen war Spurenfinder.« Elos von Bergen hat das Spurenfinden eigentlich an den Nagel gehängt, seit ein Fall mit einem nachtragenden Nachtmagier ihn und seine Kinder Ada und Naru fast das Leben gekostet hätte. Darum wohnen die drei nun seit einigen Jahren in Friedhofen, dem verschlafensten Dorf des gesamten Königreichs. Dort arbeitet Elos – sehr zum Leidwesen der Kinder, die sich in dem Kaff unsäglich langweilen – an der Niederschrift seiner zwanzigbändigen Memoiren. Doch dann geschieht ausgerechnet in Friedhofen ein rätselhafter Mord, der den Spurenfinder in den verzwicktesten Fall seines Lebens hineinzieht. Und wenn er glaubt, seine Kinder würden derweil zu Hause bleiben und Däumchen drehen, täuscht er sich gewaltig.

FAQ

»Elos von Bergen war nicht einfach irgendein Spurensucher. Er war es, der das Rätsel des Obelisken von Tarnok gelöst hat.…

Ein sympathisch-schlauer Pageturner für alle, die Humor und Familiendramen in einem fantasievollen Setting mögen. Perfekt, wenn ihr leichte, aber kluge Unterhaltung sucht — und keine Angst vor kleinen Emotionen habt. Bewertung: 4 von 5 Sternen.

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