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Autor:
Erschienen:
2022-03-21
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Der Markisenmann

Kritik

Schon die ersten Seiten haben mich mitten in diesen lauen Sommerabend geworfen: das orange-gelbe Flimmern, das Knistern zwischen Fremdheit und Vertrautheit — und sofort dieses Gefühl, bei einer kleinen, aber wichtigen Begegnung dabei zu sein.

Kim ist fünfzehn und wird für die Ferien zu einem Vater geschickt, den sie nie kennengelernt hat. Der Mann entpuppt sich als liebenswert schräger Außendienstler, dessen Markisen offenbar alles andere als Verkaufsschlager sind. Was folgt, ist keine große Familienaufklärung im Stil eines Enthüllungsthrillers, sondern ein zärtlich komischer, manchmal schmerzhaft ehrlicher Blick auf Erwachsenwerden, Altern und die Geheimnisse, die wir voreinander hüten. Mehr will ich nicht verraten — Spoiler sind hier wirklich unnötig.

Die Figuren sitzen: Kim ist weder nervig noch perfekt, sie wirkt echt, verletzlich und erstaunlich scharfsinnig; der „Markisenmann“ ist ein tragikomischer Typ, dem man trotz aller Peinlichkeiten gern die Daumen drückt. Weiler schreibt mit einer Mischung aus lakonischem Witz und warmherziger Melancholie, die sich gut anfühlt, ohne kitschig zu werden. Seine Beobachtungen über Alltagsszenen und Familiendynamiken landen oft genau da, wo man nickend zustimmt — und hin und wieder auch überraschend tief. Besonders schön: die kleinen Sinnesmomente, die sommerliche Bildsprache und die leisen, nachklingenden Einsichten über Schuld und Verantwortung.

Ich musste öfter schmunzeln, manchmal laut loslachen, und an anderen Stellen auch schlucken. Die ungekürzte Lesung mit Lisa Hrdina verstärkt das Ganze noch; ihre Stimme trifft Ton und Tempo, sodass Dialoge und Stimmungen lebendig werden (hinweisend, falls ihr das Hörbuch in Erwägung zieht).

Kritik? Ja, ein bisschen. Manche Wendungen sind vorhersehbar, und gelegentlich sehnt man sich nach noch mehr Tiefe bei Nebenfiguren — die Geschichte bleibt oft schön kompakt, verliert dadurch aber manchmal die Gelegenheit für größere Ecken und Kanten. Wer sehr

Klappentext

"Jan Weiler ist einer der interessantesten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur." Denis Scheck

Was wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger als wir denken. Und manchmal gar nichts. Die fünfzehnjährige Kim hat ihren Vater noch nie gesehen, als sie von ihrer Mutter über die Sommerferien zu ihm abgeschoben wird. Der fremde Mann erweist sich auf Anhieb nicht nur als ziemlich seltsam, sondern auch als der erfolgloseste Vertreter der Welt. Aber als sie ihm hilft, seine fürchterlichen Markisen im knallharten Haustürgeschäft zu verkaufen, verändert sich das Leben von Vater und Tochter für immer.
Ein Hörbuch über das Erwachsenwerden und das Altern, über die Geheimnisse in unseren Familien, über Schuld und Verantwortung und das orange-gelbe Flimmern an Sommerabenden.

Ungekürzte Lesung mit Lisa Hrdina
9h 17min

FAQ

"Jan Weiler ist einer der interessantesten Autoren der deutschen Gegenwartsliteratur." Denis ScheckWas wissen wir schon über unsere Eltern? Meistens viel weniger als wir denken.…

Wenn du Lust auf einen spannenden Page‑Turner hast, ist das ein guter Start.

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