Das vergiftete Fest - Vino, Mord und Bella Italia!, Folge 1 (Ungekürzt)
Kritik
Schon beim ersten Absatz war ich mitten in der Toskana: staubige Gassen, ein verwilderter Garten und dieser Aprikosenbaum, der einem sofort das Wasser im Mund zusammenlaufen lässt — herrlich nah, herrlich heimelig.
Anna erbt das Haus ihrer Nonna in Fontenaia und will es um jeden Preis retten. Als Kellnerin im Familienrestaurant hofft sie auf Trinkgeld, bekommt stattdessen Mordverdacht serviert: Bei einem Fest brechen plötzlich drei Männer zusammen, und Commissario Vico Martinelli ist überzeugt, dass Anna die Getränke vergiftet hat. Statt zu verzweifeln, beginnt Anna auf eigene Faust zu ermitteln — unterstützt von Tameo, dem aufgeweckten Nachbarsjungen, und seinem treuen Hund Peppo. Mehr Atmosphäre als hochdramatische Action, dafür mit warmem Herz und einer Prise Spannung.
Was mir besonders gefallen hat: Homma und Frank treffen den gemütlichen Tonfall eines Cozy Crime perfekt. Die Beschreibungen der Toskana sind liebevoll, niemals kitschig, und die Figuren fühlen sich wie alte Bekannte an — vor allem Anna, deren Mischung aus Sturheit und Herzlichkeit sehr sympathisch ist. Die Dialoge sind flott, kleine italienische Einsprengsel sorgen für Authentizität, und das Tempo stimmt: Es ist kein Hochgeschwindigkeits-Thriller, sondern ein entspannter Krimi mit Wohlfühlfaktor. Ich habe mich oft erwischt, wie ich beim Lesen seufzte: „Ja, genau so stell ich mir Fontenaia vor.“
Kleine Einwände: Wer auf knallharte, komplex verflochtene Tätermotive steht, könnte die Auflösung etwas vorhersehbar finden. Manche Nebenfiguren bleiben recht skizzenhaft, und der stets etwas grantige Commissario ist ein bekannter Trope, der hier selten überrascht. Aber das stört den Lesespaß nur marginal.
Fazit: Ein charmanter Einstieg in eine gemütliche Krimireihe, ideal für alle, die Italien-Gefühl, leichte Spannung und sympathische Amateurermittler mögen. Perfekt für laue Abende mit einem Glas (natürlich unverdächtigen) Wein. Meine Bewertung: 4 von 5 Sternen.