Mit alten Männern spiel' ich nicht
Kritik
Als ich Bertram Engels Stimme zum ersten Mal hörte, hatte ich sofort das Gefühl, neben dem Schlagzeug zu sitzen: warm, direkt und mit einem leichten Schalk im Nacken — genau das lässt dieses Buch lebendig werden.
Die Kernaussage ist schnell erzählt: Aus der westfälischen Provinz, über zahllose Tourneen und Studiostunden, hinein in die großen Bühnen neben Udo Lindenberg und Peter Maffay — ein halbes Jahrhundert Rock‑Geschichte aus der Perspektive eines Drummers, der alles miterlebt hat. Die Autobiografie serviert Anekdoten, Touralltag, Studiohumor und die ganz normalen kleinen Katastrophen hinter den Kulissen, ohne je in eine reine Ruhmesparade zu kippen.
Im Zentrum steht natürlich Bertram Engel selbst: bodenständig, ein bisschen rotzig, mit einem feinen Sinn für Timing — nicht nur am Schlagzeug. Tom Schäfer als Co-Autor verleiht dem Ganzen einen flüssigen, erzählerischen Drive, so dass die Erinnerungen nicht bloß aufgelistet, sondern wie kleine Live‑Sets arrangiert wirken. Der Schreibstil ist schnörkellos, direkt und mit einer gehörigen Portion Rock‑Attitüde; Stellenweise liest sich das Buch fast wie ein gut erzählter Tourbericht, an anderen wie ein Gespräch bei Bier und Zigaretten. Besonders gefallen hat mir, wie Musikeralltag und Musikgeschichte verschmelzen: musikalische Details, Studiokniffe, das Gefühl für Timing — das ist für jeden, der sich für die Kunst des Songs interessiert, richtig schön zu lesen.
Und ja, ich