SPQR: Das Blut des Gladiators
Kritik
Schon nach den ersten Seiten fühlte ich mich praktisch mit einem Bein mitten hineinbeamt ins pulsierende, schmutzige Rom des Jahres 70 vor Christus – eine Welt voller Gefahr, Machtspielchen und dunkler Geheimnisse. „SPQR: Das Blut des Gladiators“ nimmt dich mit auf eine rasante Reise durch die Straßen einer Stadt, in der Gewalt, Erpressung und Intrigen nicht nur an der Tagesordnung, sondern geradezu das Lebenselixier sind.
Im Zentrum steht Decius Caecilius Metullus, Kommandant der Vigiles und eine Art Detektiv, der sich nicht nur durch Brände kämpft, sondern einen Mord an einem ehemaligen Gladiator aufklären will. Was anfangs wie ein simpler Fall aussieht, entpuppt sich schnell als Türöffner zu einem undurchsichtigen Netz aus Korruption und Verrat, das bis in die höchsten Kreise Roms reicht. Metullus ist ein großartiger Charakter – schlau, beharrlich und mit einer Prise trockenen Humors, der immer wieder für ein paar Schmunzler sorgt, ohne albern zu wirken.
John Maddox Roberts schreibt mit einer Leichtigkeit und einem Genre-Know-how, die das komplexe antike Setting niemals überfrachten. Die Atmosphäre ist dicht und authentisch, ohne in altkluge historische Lehrstunde abzudriften. Eher das Gegenteil: Hier bekommt man so viel lebendige Geschichte serviert, dass man glatt den Alltag um sich herum vergisst. Einziger kleiner Kritikpunkt: An manchen Stellen hätte die Handlung etwas zügiger voranschreiten können, hier und da spürt man die Sorgfalt, mit der Hintergrund und Details aufgebaut werden – das ist sicher Geschmackssache.
Für alle, die Lust auf einen Krimi mit Flair und Tiefgang haben, der sie auf einen wilden Ritt durch das Rom vor über 2000 Jahren mitnimmt, ist „Das Blut des Gladiators“ ein Volltreffer. Wer allerdings schnelle Action ohne viel Drumherum sucht, könnte sich hier stellenweise etwas gebremst fühlen.
Kurz gesagt: Ein kluges, spannendes und stimmungsvolles Buch, das Lust auf mehr macht – und das nicht nur für Freunde historischer Krimis.
4 von 5 Sternen.