Der Uhrmacher 2 - Kriminalroman (Der Uhrmacher 2)
Kritik
Manchmal braucht man genau diesen perfekten Mix aus Spannung, Tiefgang und einem kleinen Schuss menschlicher Zerrissenheit – und „Der Uhrmacher 2“ liefert das auf beeindruckende Weise. Der Mord an einem gefeierten Chansonstar in der Provence zieht Leutnantin Roxane Baxter mitten in einen Sumpf aus Intrigen, Lügen und gefährlichen Verstrickungen. Parallel erleben wir den Uhrmacher Morgan Baxter, der nicht nur mit komplizierten Mechanismen kämpft, sondern auch mit dem Schweigen seiner Tochter – und das macht die Geschichte mehr als nur ein einfacher Krimi.
Pierre Schreiber versteht es, seine Charaktere mit Ecken und Kanten auszustatten. Roxane ist eine Ermittlerin, die mit der Bürde von öffentlichem Druck und persönlichen Dämonen ringen muss, während Morgan als Papa-Uhrmacher mit feinem Gespür eine ungewöhnliche Perspektive in den Fall bringt. Besonders stark fand ich, wie der Autor die Themen Social Media und die harsche Realität Marseilles verquickt – das macht „Der Uhrmacher 2“ zeitgemäß und echt.
Der Schreibstil ist flott und direkt, ohne dabei an Tiefe zu verlieren. Das Buch liest sich wie ein gut gemixter Cocktail, der mal süß, mal herb schmeckt – richtig gut zum Einsinkenlassen. Ein kleiner Wermutstropfen: Manche Nebenhandlungen hätten für mich etwas straffer erzählt werden dürfen, hier und da hat die Story ein bisschen zu sehr ausgeschweift, was das Tempo kurzzeitig rausnahm.
Wer Lust auf einen spannenden Krimi mit cleveren Figuren, einer Prise französischem Flair und einem Hauch familiären Dramas hat, der ist hier goldrichtig. „Der Uhrmacher 2“ hält nicht nur die Spannung hoch, sondern öffnet auch die Tür zu einer Welt, die mehr verbirgt, als man auf den ersten Blick sieht.
4 von 5 Sternen – eine klare Empfehlung für alle, die Krimis mögen, die nicht nur nach der Lösung, sondern auch nach den Menschen dahinter fragen.