Prost, auf die Sportler: Kommissar Tischler ermittelt, Band 13
Kritik
Manchmal ist es genau diese Mischung aus Provinzcharme, sportlicher Konkurrenz und einem Krimi, die einfach Spaß macht – und Friedrich Kalpenstein trifft damit erneut ins Schwarze. „Prost, auf die Sportler“ bekommt man kaum aus der Hand, wenn Kommissar Tischler am Tatort, einer scheinbar idyllischen Kletterwand vor einem nagelneuen Sportgeschäft, Ermittlung aufnimmt. Der junge Spitzensportler Moritz Binder, der nicht nur durch seine Siege, sondern auch durch spitze Sprüche bekannt war, wird tot aufgefunden, und sofort überschlagen sich die Verdächtigungen.
Kalpenstein hat wieder dieses Talent, das kleine Städtchen Brunngries mit seinen skurrilen Bewohnern so lebendig zu zeichnen, dass man meint, selbst eine Runde durch die Straßen zu drehen. Tischler als Hauptfigur ist sympathisch bodenständig, mit genug Ecken und Kanten, um im Gegensatz zu den oft glattgeschliffenen Ermittlern anderer Reihen herauszustechen. Der Schreibstil ist locker-flockig, ohne an Tiefgang zu verlieren, was das Lesen angenehm und unterhaltsam macht. Man merkt, dass hier jemand aus Leidenschaft schreibt, der seine Figuren liebt und auch mal ein Augenzwinkern zulässt.
Ein bisschen mehr Spannung hätte dem Plot allerdings gutgetan – gerade gegen Ende zieht sich die Auflösung für meinen Geschmack etwas in die Länge. Und ja, manche Wendungen wirken fast schon zu offensichtlich, aber das schmälert den Lesespaß nur minimal. Wer allerdings Tiefgang, philosophische Betrachtungen oder komplexe Psychogramme erwartet, wird hier nicht fündig – das Buch setzt eher auf leichte Spannung und sympathische Charaktere.
Für alle, die unkomplizierte, gut geschriebene Krimis mit einem Schuss Lokalkolorit und einer Prise Humor mögen, ist „Prost, auf die Sportler“ wie gemacht. Es ist genau die Art von Lektüre, die man nach einem langen Tag auspackt, um entspannt abzutauchen und einfach mitzurätseln.
4 von 5 Sternen – punktgenau und locker-leicht, aber mit dem nötigen Ermittlerbiss.