Wattenmeerzorn: Ein Pellworm-Krimi
Kritik
Kaum hat man den ersten Satz gelesen, wird man in eine geheimnisvolle Atmosphäre von Pellworm gezogen, die sofort neugierig macht. „Wattenmeerzorn“ nimmt dich mit auf einen Spaziergang durch nächtliche Wattlandschaften, die von schimmernden Lichtern und rätselhaften Päckchen gesprenkelt sind – ein richtig spannender Einstieg, bei dem man sofort das Gefühl bekommt, mitten im Geschehen zu stecken.
Im Mittelpunkt steht Inselpolizist Jan Benden, der zusammen mit seiner Frau Laura in einem Fall ermittelt, der von einer entspannten Hochzeitsfeier zu einem düsteren Kriminalfall mutiert. Die Charaktere haben wirklich Charme: Jan ist bodenständig und erfahren, Laura bringt eine Portion Intuition und Feingefühl ins Team – das Zusammenspiel wirkt natürlich und authentisch. Besonders auffällig ist Tamme, Jans selbsternannter Assistent, dessen wilde Theorien über einen internationalen Drogenring für den ein oder anderen schmunzelnden Moment sorgen.
Der Schreibstil ist locker, flüssig und beschreibt die Landschaft auf der Insel so lebendig, dass man sich die salzige Brise und das Watt förmlich vorstellen kann. Trotz der Spannung bleibt das Buch angenehm zugänglich und vermeidet unnötige Fachausdrücke oder überladene Passagen – ideal, um in eine gemütliche Lesezeit einzutauchen, ohne überfordert zu werden.
Ein kleiner Kritikpunkt wäre, dass manche Nebenstränge ein bisschen mehr Tiefe verdient hätten; manchmal hätte ich mir gewünscht, noch ein bisschen mehr in die Köpfe der Figuren einzutauchen. Auch das Ende ist ein wenig vorhersehbar, was dem Lesespaß aber kaum Abbruch tut.
Insgesamt ist „Wattenmeerzorn“ genau das richtige Buch für alle, die Krimis mit einem authentischen friesischen Flair und sympathischen Ermittlern mögen. Wer Lust auf eine spannende Geschichte hat, die mal nicht in der Großstadt, sondern mitten im Watt spielt, ist hier goldrichtig.
4 von 5 Sternen – ein stimmiges Inselabenteuer mit ordentlich Spannung und ganz viel Nordsee-Atmosphäre.